Am Mittwoch wird es ernst

Die Bewerber für als Bundestagskandidat der CDU stellen sich in Hövelhof vor

Die Bewerber für als Bundestagskandidat der CDU stellen sich in Hövelhof vor

Westfalen-Blatt 30.8.2008 – Von Karl Pickhardt

Paderborner Perspektiven

Frischer Wind in der CDU

Drei Männer wollen – nur einer darf: In diesem Monat war Schaulaufen der drei CDU-Bewerber Bernd Langer (50) aus Alfen, Dr. Carsten Linnemann (31) aus Schwaney und Daniel Sieveke (31) aus Paderborn. Sie wollen Gerhard Wächter (62) beerben, der bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr nicht mehr im Wahlkreis Paderborn (jetzt mit Schloß Holte-Stukenbrock) antritt.

In den drei Veranstaltungen in Hövelhof, Schloß Neubaus und Haaren, in denen sich die potentiellen Kandidaten etwa 500 Parteimitgliedern vorstellten, waren auffallend viele junge Besucher zu sehen. Mit zwei 31 Jahre »alten« Bewerbern weht in der Paderborner CDU ein frischer, junger Wind. Das schlägt sich offenbar beim Interesse junger Wähler an der Parteibasis nieder. Mit 50 Jahren gilt Bernd Langer aus Alfen, der bereits 2002 diese harte Mühle als Berlin-Bewerber durchleben durfte, schon fast als altes Eisen.
Nach Gerhard Wächter, Friedhelm Ost oder Dr. Heinrich Pohlmeier geht seit Jahrzehnten mal wieder ein Paderborner CDU-Kandidat ins Rennen. Mitte der 50er Jahre im vorigen Jahrtausend hatte dies zuletzt Landgerichtsrat Dr. Wurm gewagt: 1957 machte dann jedoch Dr. Rainer Barzel als Nachfolger von Maria Niggemeier (Unna) im damaligen Wahlkreis Paderborn/Wiedenbrück das Rennen.

Daniel Sieveke ist der Hoffnungsträger der Stadt-CDU. Der Bankkaufmann hat in seinen Vorstellungsreden insbesondere seine Paderborn-Karte gespielt: Familie, christliche Werte, beruflich gefestigt, Rückhalt im sozialen Umfeld, in Paderborn geboren. Er will mit »Herz und Verstand« für die CDU nach Berlin. Sieveke – ein Paderborner mit Hacken und Backen.

Aber der Paderborner CDU-Stadtverbandschef weiß, dass er insbesondere in Dr. Carsten Linnemann einen gleichaltrigen starken Mitbewerber hat, der trotz seiner Jugend auf eine glänzende Biographie verweist. Der Paderborner Abiturient aus Schwaney ist zudem persönlicher Vertreter des CDU-Europaabgeordneten Elmar Brok: Sollte Brok EU-Kommissar werden, hätte Linnemann das Ticket für Europa gebucht. Doch Linnemann will in den Bundestag. Er hat nach Ansicht vieler politischer Beobachter in den Vorstellungsrunden vielleicht am besten gepunktet. Aber was heißt das schon, wenn die Truppen längst Position bezogen haben?

Der Dritte im Bunde ist Bernd Langer aus Alfen. Der 50-Jährige – übrigens der einzige Familienvater im CDU-Bewerber-Trio – hat diese Knochenmühle schon einmal durchgemacht. 2002 fiel der Borchener CDU-Gemeindechef im Wettstreit mit Gerhard Wächter und Maria Westerhorstmann als Erster durchs Sieb. Jetzt spielt Langer die Trumpfkarte »Erfahrung« und »20 Jahre Unternehmertätigkeit«. Er will damit jene Wähler gewinnen, denen ein 31-jähriger Kandidat vielleicht noch zu jung ist.

Der CDU steht am 10. September ein richtungsweisender Nominierungsparteitag in der Delbrücker Stadthalle ins Haus. Solche »Wahlsorgen« haben die Paderborner Sozialdemorkraten kaum: Dort hat sich SPD-Bundestagsabgeordnete Ute Berg bereit erklärt, für eine dritte Wahlperlode im Bundestag zur Verfügung zu stehen. Ihre Nominierung am 26. September gilt daher als sicher. Ihr eigentlich Kampf dreht sich um eine gute Platzierung auf der SPD-Landesliste.

Paderborn stellte schon mal drei Bundestagsabgeordnete, als einst mit Staatssekreträrin Simone Probst (Grüne) die »Pader Ampelkoalition« stand. Aber auch mit zwei Bundesparlamentariern kann der Wahlkreis gut leben.

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