CDU will zweite Meinung

Noch Fragen offen: Gutachter Michael Ahn soll mit ins Boot geholt werden

Salzkotten(WV). Die CDU-Fraktion im Salzkottener Stadtrat möchte eine zweite Meinung hören. Zu viele Fragen seien bei der Aufstellung des neuen Flächennutzungsplanes (FNP) und der damit einhergehenden Ausweisung von Windkonzentrationszonen offen geblieben.

Von Marion Neesen

Fraktionschef Michael Fechtler (links) und Andreas Ruprecht haben sich gemeinsam mit ihren Fraktionskollegen intensiv mit dem Standortkonzept für Windkraftanlagen befasst. Allerdings sind Fragen offen geblieben, die ein zweiter Gutachter beantworten soll. Foto: NeesenDas habe insbesondere die Bürgerversammlung Anfang Juli in Niederntudorf gezeigt, so Fraktionsvorsitzender Michael Fechtler. Die CDU will daher nun mit Michael Ahn vom Planungsbüro Wolters und Partner, der auch für die Stadt Büren tätig ist, einen zweiten Gutachter mit ins Boot holen. Einen entsprechenden Antrag haben die Christdemokraten für die nächste Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Dienstag, 2. September, vorbereitet. »Am Ende der Veranstaltung in Niederntudorf sind aus unserer Sicht Fragen offen geblieben, die beantwortet werden müssen«, erläutert Fechtler den Auslöser für den Antrag der CDU. »Die Kritiker des bisherigen Standortkonzeptes verweisen immer wieder auf das Eckpunktepapier des Gutachters der Stadt Büren. Dann ist es aus unserer Sicht auch sinnvoll, dass Herr Ahn die noch offenen Fragen für die Stadt Salzkotten beantwortet. Das kann die Glaubwürdigkeit unserer Entscheidung nur erhöhen«, begründet Fechtler den CDU-Antrag. Michael Ahn könne die bei der Stadt Salzkotten vorliegenden Anregungen und Bedenken, die inzwischen zwei Aktenordner füllen, in seine Antworten einfließen lassen.
Während der Bürgerinformation in Tudorf hatten sich einige Zuhörer kritisch zu den Abständen zwischen Windrädern und Wohnbebauung geäußert. In Salzkotten wird mit einem Abstand von 700 Metern geplant, wohingegen Städte wie Büren und Bad Wünnenberg bis zu 1200 Meter einräumen. Das stößt auf Unverständnis. »Wir wollen wissen, ob Herr Ahn zu gleichen Ergebnissen kommt«, sagt Michael Fechtler, »wenn wir mehr Abstand für unsere Bürger erreichen können, wollen wir es wenigstens versuchen.« Das dürfe nicht an zusätzlichen Kosten für einen weiteren Gutachter scheitern. »Wir brauchen einfach mehr Sicherheit«, betont auch Andreas Ruprecht, Oberntudorfer und Mitglied im Bau- und Planungsausschuss. Er glaubt zwar nicht an fundamentale Unterschiede zum Gutachten des Büros WWK »doch die noch offenen Fragen sollen einfach auch andere noch einmal beurteilen, dann wissen wir, wo wir noch nachsteuern können«, so Ruprecht. Für Michael Ahn hat die CDU-Fraktion einen Fragenkatalog zusammengestellt, der durchaus noch ergänzt werden könne. Er betrifft nicht das gesamte Standortkonzept, sondern listet einzelne Aspekte auf, die noch näher beleuchtet werden sollen. Dabei geht es neben den Abständen auch um das Gewerbegebiet Berglar, um die Entlassung aus dem Landschaftsschutz sowie das avifaunistische Gutachten. »Wir müssen alles daran setzen, einen rechtssicheren Flächennutzungsplan hinzubekommen«, so Fechtler. Der bisher angedachte Zeitplan könne zwar nicht mehr eingehalten werden, aber derzeit bestehe noch kein Grund zur Hetze. Bauanträge lägen derzeit nicht vor, wenngleich Eigentümergemeinschaften in der Vorbereitung seien, wissen die beiden CDU-Politiker. Fechtler rechnet damit, dass der FNP Ende des Jahres beschlossen werden kann.

Artikel aus dem Westfalen-Blatt vom 20.8.2014

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