Die rote Asche rieselt weiter

Die rote Asche rieselt weiter

Sportheim für Etteln – Alfen muss auf einen Kunstrasenplatz warten

Von Bernhard Liedmann
(Text und Foto)
presse-2010-01-23Borchen (WV). Die Alfener Sportler müssen vorerst weiter mit ihrer roten Asche kämpfen. Ein Vorstoß im Hauptausschuss der Gemeinde, aus den Mitteln des Konjunkturpaketes II doch noch in diesem Jahr einen Kunstrasen zu bekommen, scheiterte in einer Kampfabstimmung. Etteln erhält jedoch ein neues Sportheim.

»Wir können nicht über Haushaltssicherung reden und gleichzeitig in einem Jahr zwei Kunstrasenplätze bauen«, lehnte Bürgermeister Reiner Allerdissen unter Hinweis auf die bereits laufende Sanierung des Hessenberg-Rasenplatzes für 300 000 Euro den Platz in Alfen noch in diesem Jahr ab. Der von der Gemeinde mit 235 000 Euro unterstützte Neubau eines Sportheimes in Etteln für insgesamt 435 000 Euro soll aber noch in 2010 erfolgen, weil die Zeit bei einer Sachspende über 60 000 Euro und Eigenleistungen des Vereins über 50 000 Euro dränge. Um die Priorität des Alfener Wunsches zu unterstreichen, befürwortete Allerdissen jedoch die Aufnahme eines Kunstrasenplatzes für Alfen in den Finanzplan 2011 mit Kosten von etwa 350 000 Euro.
Für die CDU-Fraktion kritisierte Fraktionsvorsitzender Ulrich Blömeke, dass die Sportprojekte zuvor nicht in den Ausschüssen beraten wurden. Ein Finanzplan sei letztlich nur ein Stück Papier. Wenn es der Gemeinde im kommenden Jahr finanziell schlechter gehe, könne Alfen im Regen stehen. Auch Alfens Ortsvorsteher Konrad Hansmeier (CDU) monierte, dass die Vorhaben nicht im Bauauschuss beraten wurden. Das Geld, das man heute nicht habe, werde man auch in einem Jahr nicht haben. Gleichzeitig kritisierte Karl Heinrich Baumhögger (CDU) dass nach den jetzigen Plänen das Sportheim in Etteln zu groß sei und eher einem »Palast« ähnele. Wünsche andernorts würden hingegen vernachlässigt.
Während sich die SPD mit der Prioritätensetzung im Finanzplan anfreunden konnte, lehnte Marcel Welsing (FDP) einen Aufschub ab: Es gebe drei Vereine mit ihren Wünschen. Es gebe keinen Grund, warum man Alfen um ein Jahr verschiebe. Etteln vor Alfen vorzuziehen, schüre das Kirchturmdenken. Mit zehn von 15 Stimmen wurde schließlich das Paket mit Hessenberg-Platz und Sportheim-Bau befürwortet. Im erweiterten Beschluss wird der Platz für Alfen auf die Prioritätenliste gesetzt. Insgesamt hatte die Gemeinde Borchen für den Bereich Infrastruktur 585 000 Euro an Mitteln aus dem Konjunkturpaket II einsetzen können.

Artikel im Westfalen-Blatt vom 23.01.2010

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Ein Kommentar

  • Ich möchte allen interessierten Alfenern empfehlen, am kommenden Montag die Sitzung des Rates der Gemeinde Borchen zu besuchen. 18:00 Uhr im großen Saal des Rathauses. Hier wird man sehen können, welche Ratsmitglieder aus parteitaktischen Gründen oder aber aus logischer Argumentation heraus eine Entscheidung treffen. Es dürfte eine interessante Sitzung werden, die gerade für Alfen und den Sport in Borchen von großer Bedeutung sein wird.

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