Geschichtliches

In dieser Rubrik haben wir geschichtliche und geografische Daten über unser kleines Dorf zusammen getragen. Die meisten Informationen stammen aus dem Buch „Borchen – Aus der Geschichte unserer Heimat“ (ISBN3-00-002796-3, Verfasser des Kapitels „Alfen“ ist Paul Lüning).Der Name Alfen wird urkundlich erstmals während der Regierungszeit Kaiser Konrads II. im Jahre 1031 erwähnt. In diesem Jahre schenkte der Kaiser der bischöflichen Kirche in Paderborn unter Bischof Meinwerk Landbesitz in „Alflaan“.

Es war zuvor ein Gutshof des Grafen Bernhard und dessen Schwester Hazecha gewesen und wurde „Klinkenhof“ genannt. Später entwickelte sich um diesen fürstbischöflichen Amtshof „Zur Klinke“ (gelegen auf dem Anwesen Kruse, Tudorfer Straße) der heutige Ort Alfen. Im 13. Jahrhundert hieß die Ansiedlung an der Alme bereits „Alfnen“. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich der Ortsname von Alflaan, Alfnon, Alfnen, Alphen zu Alfen und bedeutete soviel wie Wasserwäldchen. Wasser und Wald gaben dem Gelände, auf dem heute der Ort Alfen liegt, das Gepräge.

Vom damaligen Wasserreichtum zeugen heute noch einige Quellen und Wasserlöcher wie die „Sandkuhle“, ein kleines Quellbecken am Wanderweg in Richtung Niederntudorf, die „Bicke“ in der Nähe des Hofes Westemeier an der Tudorfer Straße, deren Quellwasser heute leider verrohrt in die Alme abgeleitet wird und die „Dispelquelle“ auf dem Freizeitgelände am Wanderweg nach Borchen. Weitere kleinere Quellbereiche wurden im Zuge der Bebauung durch Drainage und Kanalisation unterirdisch abgefangen.

Zur damaligen Zeit lebten die Bewohner Alfens fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Sie übernahmen vom Adel oder den Bischöfen Land und bewirtschafteten es gegen ein entsprechendes Jahresentgelt. Eigentümer des Bodens waren sie nicht. Sie verpflichteten sich, von der gesamten Ernte den zehnten Teil, den sogenannten „Zehnten“, alljährlich an ihren Lehnsherrn abzuliefern. Urkundlich nachweisbare Lehnsherren auf dem Klinkenhof waren die Adelsgeschlechter von Krevet, von Imbsen und von und zu Brenken. Im Jahre 1812 legte der Lehnsherr von Imbsen die Ökonomie von dem Klinkenhof zur Wilhelmsburg, einem Gutshof, der noch heute am Waldrand zwischen Alfen und Wewer liegt. Mit einem Gesetz aus dem Jahre 1808, das die französische Regierung in Kassel für das Königreich Westfalen erließ, wurde die Landbevölkerung über Nacht freier und unabhängiger Besitzer ihres Haus- und Grundvermögens. Nur die bisherige jährliche Abgabe des Zehnten an Freiherrn von Imbsen (ab 1838 an Freiherrn von und zu Brenken) sowie weitere Natural- und Dienstleistungen für den Staat blieben bestehen. Sie waren nunmehr jährlich in entsprechendem Geldwert zu leisten. Mit Hilfe der staatlichen Rentenbank in Münster konnten die Bauern und Kötter in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts auch diese jährlichen Abgabeverpflichtungen ablösen. Damit fand die nachmittelalterliche Geschichte für die Bewohner Alfens ihr Ende.

Der Ort Alfen war bis zum 1. Juli 1969 eine selbständige Gemeinde und gehörte zum Amt Kirchborchen. Zu diesem Zeitpunkt schlossen sich die Gemeinden Alfen, Kirchborchen und Nordborchen zur Großgemeinde Borchen zusammen. Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden am 1. Januar 1975 auch die Orte Etteln und Dörenhagen zur Gemeinde Borchen eingegliedert.

Durch eine rege Bautätigkeit hat die Zahl der in Alfen lebenden Mitbürger in den letzten Jahren ständig zugenommen. So stieg die Einwohnerzahl von 1.113 im Jahre 1969 bis heute auf 1.802 Personen (Stand 15.04.1994). Diese stetige Entwicklung ist ein Beweis dafür, daß Alfen ein attraktiver Wohnort vor den Toren der Großstadt Paderborn geworden ist. Zahlreiche öffentliche Einrichtungen, wie z. B. Kindergarten, Grundschule, Gemeindebücherei mit Dritte-Welt-Laden, Sportplatzanlage mit Sportheim, Turnhalle, Gemeindehalle, Feuerwehrhaus, Poststelle und zwei Geldinstitute stehen allen Bewohnern zur Verfügung. Mit der Anbindung an die Autobahn A 33 und durch die unmittelbare Nähe zum Regionalflughafen Paderborn-Lippstadt ist unser Heimatort äußerst verkehrsgünstig gelegen.

Frühgeschichte

Warum heißt Alfen Alfen?

Über die Entstehungszeit des Ortes Alfen liegen keine urkundliche Belege vor. Es ist aber anzunehmen dass dieser Ort zu den älteren Siedlungen des damaligen Padergaues gehört. In früheren Zeiten waren wasserreiche Gebiete für Menschen und Tiere Ansiedlungspunkte. Das trifft auch für Alfen zu. Die heutigen Orts- und Flurnamen geben über die früheren Verhältnisse oft wichtige Auskünfte.Es begann mit Alflaan

Nach einem ersten urkundlichen Beleg hieß Alfen im Jahre 1031 „Alflaan“. Franz Kruse, ein gebürtiger Alfener, veröffentlichte im Jahre 1964 Nachforschungen zum Namen seines Heimatortes. Er stellte fest: „Alflaan“ ist ein zusammengesetztes Wort, also Alf-Laan. Das Grundwort „laan“ deutete er als die Mehrzahl von „loh“. Man verstand darunter ein Wäldchen (wie z.B. Gütersloh, Marienloh). Das Bestimmungswort „Alf“ hat den selben Stamm wie das schwedische Wort Elf (= Flüßchen), wie es auch in manchen schwedischen Flussnamen noch zu finden ist. Im Laufe der Zeit änderte sich die Schreibweise von Alflaan zu Alfnon (um 1146), Alfonon (um 1183) und Alfnen (um 1217), bis es durch Abschleifung der Endsilbe zu Alphen = Alfen wurde. Wasser und Wald gaben einst dem Gelände, auf dem heute der Ort liegt, das Gepräge.

Alf

Noch heute bestätigt vieles diese Namensdeutung. An Wasser mangelte es hier früher nie. Fast alle Hausstellen hatten ihre Brunnen. An mehreren Stellen treffen wir noch heute auf alte Brunnenschächte, so z.B. bei Joachim Meyer, Josef Gerdiken, Wilhelm Rochell u.a. Unter den Höher gelegenen Flächen westlich und nördlich des Ortes staute sich das Grundwasser über Geschiebemergel und tritt an mehreren Stellen der Talsohle zutage. Bekannt ist die Quelle am Wanderweg in Richtung Niederntudorf, die in regenreichen Monaten des Jahres schüttet und zwei Wasserlöcher füllt (Sandkuhle). Bei dem Hof Westermeiner an der Tudorfer Straße entsprang die Bicke. Die Quelle wurde im Jahre 1965 abgefangen und verrohrt durch den Wiesengrund zur Alme abgeleitet. Das kleine Bächlein an der Tudorfer Straße hatte zu fließen aufgehört. Am Wiesenweg im Südosten des Dorfes befindet sich die „Dispelnquelle“, heute umgeben von einem Freizeitgelände mit Schutzhütte. Die Quellen, Wasserlöcher und Brunnenschächte sind ein Beweis für die Richtigkeit der Namensdeutung von „Alf“.

Laan

Nach Wäldchen (laan) im Ort zu suchen, ist schwierig. Nur noch bescheidene Reste, wie der „Goers Berg“ und der Nordhang bei der Sargfabrik, sind bewaldet. Allerdings weisen mehrere Flur- und Straßennamen auf ehemalige Bewaldung hin, wie Eschenkamp, Bellenstrasse (Bell = Weidenbaum), im Schüren (Schür von „scheren“ = Holzschlag), im Holzkamp, Fürk (von Föhren = Nadelwald) und Pöppenweg (von Pappel)

Es begann im Jahr 1031

Der so zutreffende Name Alflaan wurde urkundlich erstmals im Jahre 1031 erwähnt. Damals schenkte Kaiser Konrad II. (1024-1039) der bischöflichen Kirche in Paderborn Landbesitz in Alflaan. Bischof Meinwerk, der dem Kaiser sehr verbunden war, nahm diese Schenkung laut Urkunde vom 20.Januar 1031 für die arme Paderborner Kirche wohlwollend an.

Die Urkunde

Diese Kaiserliche Schenkungsurkunde hat folgenden Inhalt:

„Mit Zustimmung und auf Bitten seiner Gemahlin, Gisela und seines Sohnes Heinrich, des späteren Kaisers Heinrich III., schenkt der Kaiser des Kirche von Paderborn zu Ehren der Gottesmutter Maria und des hl. Martyrers Kilian, Bischof von Würzburg und Kompatron von Paderborn, sowie des Bekenners Christi, des hl. Liborius, wegen der Verdienste des Bischof Meginwerck (Meinwerk) die Güter zu Alflaan und Etlimun im Padergau in der Grafschaft Amelungs, welche er, der Kaiser, vom Grafen Bernhard und seiner Schwester Hazecha geerbt hatte . Er schenkt diese Güter mit allen Zubehörungen und mit allen Erträgnissen, welche aufgezeichnet sind oder auf irgendeine Weise namhaft gemacht werden können, mit allen Eigenbehörigen beiderlei Geschlechts, mit Scheunen, Gebäuden, Äckern und Feldern, mit behauten und unbebauten Ländereien, mit Wiesen und Weiden, mit Wäldern und Jagdgerechtsamen, mit Gewässern und Wasserfällen, Fischereirecht, Mühlen und Stauanlagen, mit Wegen und Stegen, mit allen Einkünften, die schon bekannt sind oder noch nachgeforscht werden müssen.“

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