Ganztagsschule ist inBorchen kaum gefragt

Bürgermeister: Nachmittagsbetreuung reicht aus

Von Karl Pickhardt (Text und Foto)
Borchen (WV). Eltern sind in Borchen an Ganztagsunterricht in der Grundschule derzeit nur wenig interessiert. Darauf hat gestern Bürgermeister Heinrich Schwarzenberg beim Neujahrsempfang im Rathaus hingewiesen. Deshalb hält der Bürgermeister weiterhin an Nachmittagsbetreuung fest statt Ganztagsgrundschulen einzurichten.

Damit erneuerte Schwarzenberg seine Skepsis gegenüber verpflichtenden Ganztagsschulen. Bedarfsnachfragen hätten gezeigt, dass Borchener Eltern offenbar mit der kostengünstigeren Nachmittagsbetreuung zufrieden seien, die genügend Flexibilität und Sicherheit biete. Eine Ganztagsschule mit überzeugenden pädagogischen Angeboten koste Geld und belaste die Elteranteile. In Borchen seien Eltern offenbar nicht dazu bereit, diese Kosten zu tragen.

In der sich weiter verschärfenden Finanzkrise und Rezession will Bürgermeister Schwarzenberg in 2009 seine Mitbürger nicht mit Steuer- und Abgabenerhöhungen belasten. Dies sei ein kleiner kommunaler Beitrag, für Abgabenentlastungen zu sorgen. Borchen senkt die Müllabfuhrgebühr.

Der Bürgermeister, der nächstes Jahr ausscheidet, zog in seiner letzten Neujahrsrede eine zufriedenstellende Borchener Bilanz zum Jahr 2008. Er erwähnte die Großsporthalle an der Altenauschule, den Ausbau der Betreuung Dreijähriger in allen Kindergärten, neue Schulräume und die Schulsicherung mit der Verbundschule oder den Neubau des Altenzentrum am Mallinckrodthof. Auch die Gründung eines Hilfsfonds für Bedürftige in der Gemeinde präge das vergangene Jahr. 80 Ehrenamtliche hätte bis jetzt bereits 1000 mal an Haushalte Lebensmittel verteilt.

Für das laufende Jahr kündigte Schwarzenberg zwei weitere Kunststoff-Spielfelder in Etteln und an der Altenauschule an. Alfen bekommt einen Spielplatz, sofern die Grundstücksfrage geregelt werden könne. Sorgen bereiten dem Bürgermeister Häuser aus der Nachkriegszeit, die von heutigen Generationen mehr und mehr geräumt würden. Ein Flächenmanagement in Zusammenarbeit mit Kommunen aus dem Südkreis Paderborn sei erforderlich.

Westfalen Blatt Artikel vom 26.01.2009

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