Gericht beendet Sportplatzstreit

Artikel im Westfalen-Blatt am 4.1.2018 - Auch online

Kreis erteilt Baugenehmigungen für Alfener Anlage mit Auflagen

Von Bernhard Liedmann

Borchen (WB). Der jahrelange juristische Streit um den Alfener Sportplatz ist vorerst beigelegt. Das Verwaltungsgericht Minden hat das Verfahren zu Weihnachten eingestellt, nachdem der Kreis als Beklagter zuvor erforderliche Baugenehmigungen erteilt hatte und auch ein Nutzungskonzept für den Platz vorgelegt wurde.

Der über den Zaun fliegende Ball war nicht der Hauptgrund für die jahrelange juristische Auseinandersetzung um den Alfener Sportplatz. Es ging insbesondere um Nutzungskonzepte und Genehmigungen durch den Kreis als Bauaufsichtsbehörde. Foto: Besim Mazhiqi

Dies waren auch in der Hauptsache die Klagegründe eines Nachbarn, der auf dem Sportplatz eine Ausweitung der Betriebszeiten und Mängel an der Flutlichtanlage beanstandete.

Gericht stellt Verfahren ein
Seit Jahren dauerte das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Minden an, auch Ortstermine blieben zunächst ohne Ergebnis. Zum Weihnachtsfest stellte das Gericht das Verfahren ein, nachdem die wichtigsten Klagegründe beseitigt worden waren. So hatte die Gemeinde beispielsweise schon bei der Haushaltseinbringung die Erneuerung der Flutlichtanlage veranschlagt, um diesen Angriffspunkt zu beseitigen. Vorgelegt wurden in den Monaten zuvor, so das Verwaltungsgericht Minden, vom Verein über die Gemeinde ein Nutzungskonzept sowie von der Gemeinde selbst ein schalltechnisches Gutachten, sodass der Kreis schließlich die erforderlichen Baugenehmigungen erteilen konnte und die bis dahin überalteten Genehmigungen aktualisiert wurden. Deshalb stellte das Gericht das Verfahren ein.

Neue sportlerfreundliche Betriebszeiten
Bei den Betriebszeiten können die Sportler aufatmen. Diese wurden von Montag bis Samstag auf 9 bis 22 Uhr festgelegt und für den Sonntag sowie für einen Feiertag auf 9 bis 20 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten, so das Ergebnis der Verhandlung, muss die Sportanlage verschlossen sein. Damit ist ein wichtiges Anliegen der Gemeinde, auch außerhalb der Spiel- und Trainingszeiten den Kindern das freie »Pölen« auf den Flächen zu ermöglichen, weiterhin möglich. Verbunden sind die Genehmigungen mit den üblichen Auflagen wie der Genehmigung von öffentlichen Veranstaltungen durch das Ordnungsamt.

Sportplatz war schon lange wunder Punkt
Der juristische Streit hatte sich im Laufe der vergangenen Jahre an vielen Einzelpunkten hochgeschaukelt. Der seit 1968 bestehende Sportplatz war im Laufe der nachfolgenden Jahrzehnte laufend erweitert worden. Ob hierfür immer alle Genehmigungen vorlagen, war umstritten. Die Gemeinde wiederum legte Wert darauf, dass der Sportplatz auch außerhalb von Spielen und Trainingsstunden Kindern- und Jugendlichen grundsätzlich zur Verfügung stehen soll. Wenn dann Bälle mal in Nachbars Garten landeten, setzte dies dem Streit das I-Tüpfelchen auf. Mit entsprechenden Schildern versuchte der Alfener Sportverein, die Kinder ins weiter weg gelegene Areal zu locken.

Umstritten war zudem, ob im Laufe der Jahre Betriebszeiten ausgeweitet wurden und ob und in welchem Umfang auch andere Borchener Vereine den Platz zum Trainieren nutzen dürfen. Eine Ausweitung der Trainingszeiten hatte wiederum der SV Rot-Weiß Alfen bestritten und betont, dass man freiwillig das Trainingszeiten­ende auf 21 Uhr festgelegt habe.

Kommentar
Bestehende Sportanlagen in Wohngebieten haben es nicht leicht. War die Anlage zuerst da und kam die Wohnbebauung später oder war es genau umgekehrt vor Jahrzehnten als noch andere Genehmigungsverfahren und Auflagen galten? Im Alfener Rechtsstreit haben sich offenbar alle Beteiligten aufeinander zubewegt und ein Fundament für eine einvernehmliche Nachbarschaft gelegt. Hilfreich ist sicherlich die neue gesetzliche Grundlage, die Rechtssicherheit schafft. Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD) rechnete allerdings damals durch, dass durch die neuen Richtwerte die Nutzungszeiträume teilweise verdreifacht würden. Hoffentlich kein neuer Zankapfel.

Bernhard Liedmann
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