Carsten Gehle erlebt Sternstunde in Los Angeles – Goerdeler-Abiturient verblüfft Musikwelt
Von Karl Pickhardt
Kreis Paderborn/Los Angeles (WV). Wenn der Grammy verliehen wird, starrt die internationale Musikwelt gebannt nach Los Angeles. Riesenüberraschung: Der begehrteste Musikpreis der Welt geht an einen Familienvater aus dem Kreis Paderborn. Der ehemalige Paderborner Abiturient Carsten Gehle erlebt eine Sternstunde.Carsten Gehle (links) holt sich im Smoking den Grammy-Preis in Los Angeles ab. Vor großem Publikum und den Frensehkameras der Welt erhält der ehemalige Goerdeler-Abiturient den höchten Preis der Msuikbranche. Rechts Celomny-Geschäftsführer Anselm Rößler.
Der Anruf aus Los Angeles kurz vor Weihnachten muss für den 39-Jährigen wie ein Märchen geklungen haben: »Sie sind für den Grammy vorgeschlagen«, erfährt der Softwarespezialist für Tonstudiotechnik. Kurz nach Silvester kommt es noch besser: »Die Jury hat entscheiden: Sie erhalten den Technik-Spezial-Grammy. Bitte kommen Sie nach Los Angeles«.
Der gebürtige Alfener fällt aus allen Wolken. Der Spezial-Grammy wird an seine Softwarefirma »Celemony« verliehen, deren Mitbegründer und Technischer Direktor Carsten Gehle ist. Als Schüler des Goerdeler-Gymnasiums hat Gehle mal bei »Jugend forscht« den Landeswettbewerb erreicht, ist dort aber nicht weitergekommen: Und jetzt der Grammy in Los Angeles. Im feinen Smoking vom Paderborner Herrenhaus Kleine geht es zur Preisverleihung nach Los Angeles. Am vergangenen Wochenende schlug die große Stunde.
Die kleine Firma Celemony (20 Mitarbeiter) hat mit ihrem Software-Produkt »Melodyne« einen Meilenstein in der Tonstudiotechnik gesetzt. »Mit Melodyne kann man wie ein Komponist die Noten einer Aufnahme neu arrangieren, verändern und erfinden«, berichtet Carsten Gehle. Die patentierte Erfindung hat in der internationalen Musikbranche hohe Wellen geschlagen. Die New York Times hält die Technik für bahnbrechend.
Celemony hat ihren Firmensitz zwar in München, deren 20 Mitarbeiter arbeiten allerdings deutschlandweit daheim oder in eigenen Studios. Carsten Gehle führt in Bad Wünnenberg-Leiberg in ehemaligen Sparkassen-Räumen im Schatten der Dorfkirche sein grammypreisgekröntes Studio. Die Celemony-Mitarbeiter sind über das Internet vernetzt.
Grammy-Preisträger Carsten Gehle hat es auch ohne Studium zu einem Grammy-Preis gebracht. Der Vater einer elfjährigen Tochter machte 1992 sein Abitur am Paderborner Goerdeler-Gymnasium. Er hatte sich schon für ein Studium an der Uni Paderborn eingetragen, dann aber doch erst mal in der Softwarebranche gejobbt. Das Programmieren brachte sich der PC-Tüftler und Musikliebhaber selbst bei. Mit Peter Neubäcker gründete Carsten Gehle in München das Unternehmen Celemony, dessen Spitzenprodukt »Melodyne« das Flaggschiff des Unternehmens ist. Kenner nennen es den Mercedes der Branche.
Die Grammy-Preisverleihung in Los Angeles und die Sternstunde ihres Ehemannes Carsten verfolgt Ehefrau Stefanie Gehle (39) in Leiberg aufgeregt über Liveübertragungen im Internet. Sie ist natürlich mächtig stolz auf diesen Erfolg und freut sich auf die Rückkehr ihres Preisträgers aus den USA in der nächsten Woche. Carsten Gehle ist der erste Grammy-Preisträger aus dem Kreis Paderborn. Mit dem Unternehmen Celemony wurde erstmals ein deutscher Softwarehersteller von der»Recording Academy« mit dem Technik-Grammy ausgezeichnet. Die höchste Ehrung der Musikbranche ist vergleichbar mit dem Oscar der Filmindustrie.
Artikel im Westfalen-Blatt vom 15.02.2012

Februar 19th, 2012 at 23:55
Wau, bei so einer Menge Prominenz, bekommen wir bestimmt bald ein Hard Rock Cafe in Alfen.