»Mehrheit für Windkraft«

Landesverband Erneuerbare Energien stellt Umfrageergebnis vor

Kreis Paderborn(WV). Trotz immer neuer Beschwerden, Bürgerinitiativen und hitziger politischer Debatten: Die Mehrheit der Bürger im Kreis Paderborn steht hinter der Windenergie zwischen Altenbeken und Büren. Das ist das Ergebnis einer nach eigenen Angaben repräsentativen Umfrage von TNS Infratest von 750 Bürgerinnen und Bürgern aus der Region.

Von RüdigerKache

Jürgen Wrona, Jan Dobertin und Johannes Lackmann präsentierten im Welcomehotel eine Umfrage zur Akzeptanz von Windkraftanlagen. Die drei fühlen sich durch das Ergebnis bestärkt, dass der Ausbau solcher Anlagen vorangetrieben werden muss. Foto: HannemannZwei Drittel, so Jan Dobertin, Geschäftsführer des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE), der die Umfrage in Auftrag gegeben hatte, befürworten demnach das Ziel des Kreises Paderborn, bis zum Jahr 2020 die 100-Prozent-Marke beim Strombedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Zurzeit liegt der Kreis bei 47 Prozent, was immerhin die Spitzenposition im Lande sei. Dobertin: »Noch höher, nämlich bei 89 Prozent, liegt die generelle Zustimmung zur Energiewende (46 Prozent halten sie für wichtig oder sehr wichtig, 43 Prozent). Er sieht darin das klare Bekenntnis der Bürger im Kreis Paderborn zu den Erneuerbaren Energien und speziell zur Windenergie. »In dieser Windenergie-Pionierregion leben die Menschen seit zwei Jahrzehnten mit und von der Windenergie. Sie sehen also das Potenzial ihrer Region und wollen diesen Weg konsequent weitergehen.«

Für Johannes Lackmann, LEE-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Westfalenwind GmbH, gebe das Umfrageergebnis auch ein klares Signal an die Politik, die ohnehin nicht immer genügend Rückgrat bewiesen habe. »Bestimmte politische Vertreter können sich in ihrer Gegnerschaft zur Windenergie nun nicht länger darauf zurückziehen, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen den Ausbau regenerativer Energien ist. Das Gegenteil ist der Fall, und damit ist die Bevölkerung in ihrem Urteil verlässlicher, als Teile der Politik«, betont Lackmann mit Blick auf die aktuelle EEG-Novelle. Auch wenn man bereits 42 Prozent regenerative Energie erzeuge, sei man von den 100 Prozent noch weit entfernt. »Deshalb muss sich die Politik der Realität stellen und den Umbau der Energieversorgung zu Ende denken.«
Jürgen Wrona vom Runden Tisch »Paderborner Land 100 Prozent erneuerbar« macht noch einmal deutlich, dass ohne den Windenergieausbau an Land die Energiewende nicht zu schaffen sei. »Anti-Windkraft-Initiativen sind nicht bereit, Verantwortung für Klimaschutz und das Gelingen der Energiewende zu übernehmen. Es fehlt die Gemeinwohlorientierung, und es herrscht Polemik in den Argumenten vor. »Es sah erst so aus, als ob mit zunehmenden Protesten die Windkraft auf den Kopf gestellt werden sollte. Jetzt steht sie wieder ganz fest auf den Beinen.«

Es seien auch Fehler gemacht worden, etwa in Lichtenau, wo auf einen Schlag zu viele Flächen ausgewiesen worden seien, statt schrittweise, gibt Johannes Lackmann zu. »Unterm Strich aber ist der Ausbau der einzig richtige Weg.« Unter den jüngeren Bewohnern im Kreis Paderborn liegt die Akzeptanz durchweg höher, als bei der älteren Generation. Auch fordern nur zwölf Prozent der Befragten eine Bürgerbeteiligung beim Thema Energie ein. Die meisten (42 Prozent) sehen Umwelt- und Klimaschutz, 30 Prozent die Wirtschaftlichkeit und 13 Prozent die regionale Verfügbarkeit als Hauptkriterien.

Artikel aus dem Westfalen-Blatt vom 21.5.2014

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