Museum in Alfener Kirche

Vorschlag aus den IKEK-Foren in Borchen

Artikel im Westfalen-Blatt am 22.11.2017

Borchen-Alfen (WB/bel). Ein Museum für Volksfrömmigkeit und sakrale Kunst in Alfen ist ein ungewöhnliches Projekt, das mit dem Integrierten Kommunalentwicklungsprojekt an den Start gehen soll. Damit soll der jahrelange Leerstand der denkmalgeschützten Kirche im Herzen des Dorfes ein Ende finden.

In allen Kommunen wird derzeit dieses Entwicklungsprojekt (IKEK) erarbeitet, bei dem langfristige Ziele für eine Dorfentwicklung in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung erarbeitet werden. In Borchen ist der Prozess abgeschlossen, in der Sitzung des Hauptausschusses der Gemeinde wurden die Ziele kurz skizziert.

Die alte Kirche in Alfen steht seit Jahren leer und wird nicht genutzt. Aus den Foren des Kommunalen Entwicklungsprojektes in Borchen wurde die Idee entwickelt, hier ein kleines Museum für Volksfrömmigkeit und sakrale Kunst einzurichten. Foto: Besim Mazhiqi

Ein Projekt mit einer hohen Umsetzungschance ist ein kleines Museum in der alten Kirche, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Der Nachlass einer Dame aus Alfen war ein wichtiger Grund für diese Idee, berichtet Alfens Ortsvorsteher Konrad Hansmeier, der auch im Kirchenvorstand der Gemeinde ist. In ihrem Bestand waren ältere Bibeln, kleine Hausaltäre und andere sakrale Gegenstände. Bei der Auflösung des Nachlasses stellte sich die Frage nach dem Verbleib der erhaltenswerten Objekte. Gleichzeitig stellt sich seit Jahren in Alfen die Frage nach der Nutzungszukunft der Räume in der alten Kirche, die vor wenigen Jahren mit einer großen Spendenbereitschaft der Alfener Bevölkerung in ihrem Bestand gesichert werden konnte. Nach den notwendigsten Sanierungsmaßnahmen für mehr als 60 000 Euro stand die Kirche aber leer und wurde allenfalls als Wahllokal genutzt.

»Solch ein kleines Museum wäre eine Bereicherung für den Ort und zugleich eine angemessene Nutzung des Gebäudes«, sagt Hansmeier und schlug das Vorhaben bei den Foren für das IKEKKonzept vor. Er selbst ist der so genannte »Pate« für das Projekt und damit konkreter Ansprechpartner.

Es gebe viele sakrale Gegenstände, die erhaltenswert seien, ist seine Erfahrung. Vor drei Jahren habe beispielsweise die Alfener Kirchengemeinde nach einer neue Krippe gesucht, da die alte seinerzeit nur zusammengetragen worden sei. Über das Paderborner Diözesanmuseum bekam man Kontakt zu einer Gruppe in Hamm, die ebenfalls in einer Kirche alte Krippen sammelt. Hier wurden die Alfener schließlich fündig und konnten insgesamt etwa sieben Figuren für die eigene Krippe verwenden.

Nach der Erfahrung von Hansmeier liegen oftmals manche schöne Unikate in Kellerräumen oder auch auf Kirchenböden. Ein Beispiel war vor Jahren die alte Krippe in Etteln, die der damalige Pfarrgemeinderatsvorsitzende Johannes Kurte entdeckte und die er nach einer Renovierung mit den Bewohnern des Vincenz-Jugendhauses instand setzte. Sie ist zur Weihnachtzeit in der Lucia-Kapelle zu sehen.

Ob das Alfener Projekt realisiert werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. IKEK ist ein Landesprojekt, die Kirche wiederum in Besitz der Pfarrgemeinde. Früher befand sich im Turm noch ein offener Jugendtreff, doch nur selten öffneten sich in den vergangenen Jahren die Türen der Kirche, bei der 2013 zwei große Risse im Mauer und Gewölbewerk auftraten. Zahlreiche Spenden von Alfener Vereinen und Privatpersonen sowie Mittel der Kirchengemeinde und des Generalvikariates ermöglichten die Sanierung. Die romanische Kirche, die nach dem Bau der neugotischen Pfarrkirche St. Walburga sogar abgerissen werden sollte, hat im Innern sogar noch Teilfresken aus der Stauferzeit.

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