Gemeindereferentin vom Pastoralverbund Borchen residiert in luftiger Höhe
Von Daniel Lüns
Alfen (WV). Gabriele Kniesburges hat den ungewöhnlichsten Arbeitsplatz im Kreis Paderborn. Ihr Büro liegt in der Kirchturmspitze der alten Alfener Dorfkirche. Die Bevölkerung kennt die Gemeindereferentin als »moderne Rapunzel«.
Wer Gabriele Kniesburges aufsuchen möchte, muss hoch hinaus. 47 Wendeltreppenstufen trennen die Bürger von ihrer Gemeindereferentin. Oben angekommen beginnen die Gespräche dann immer mit demselben Satz: »Oh, ich muss erstmal Luft holen.«
»Für die meisten Leute ist es hier oben eine ungewöhnliche und besondere Atmosphäre«, beschreibt Kniesburges. Oft würden spontan Besucher vorbeischauen, um sich vor Ort von den Gegebenheiten zu überzeugen. »Die können sich das alle nicht vorstellen«, sagt Kniesburges über ihr neues Büro. »Die Leute nehmen das aber sehr gut an«, freut sie sich. Seit Februar residiert Kniesburges in der Kirchturmspitze. Vorher fand man die Referentin im Pfarrhaus in Nordborchen. Ein Umzug war jedoch dringend notwendig. »Mein altes Büro war für meine Arbeit ungeeignet«, erklärt sie. Der Kopierer des Hauses war neben ihrem Schreibtisch platziert worden – Durchgangsverkehr garantiert. »Man war einfach nicht ungestört. Die Leute wollen aber Gespräche in einer vertraulichen Atmosphäre«, sagt Kniesburges. Gerade bei Trauerangelegenheiten sei dies ein Muss. Auf der Suche nach einem neuen Raum stieß sie auf die Örtlichkeiten in der alten Kirche in Alfen. »Der Platz in der Kirche war schon seit Jahrzehnten als Jugendraum in Gebrauch.« Das Dachgeschoss sei jedoch seit zwei Jahren nicht mehr genutzt worden. »Hier standen nur ein paar Sofas und ein Fernseher. Die ideale Lümmelecke«, sagt Kniesburges. Der Kirchenvorstand um Pfarrer Dr. Andreas Schottek war zunächst skeptisch, als die Referentin ihm das Ergebnis ihrer Suche bekannt gab. Schließlich stimmte er aber zu. Seitdem lautet die neue Büroadresse: Am Ehrenmal 5.
Aber auch ein halbes Jahr nach ihren Einzug bereitet der neue Arbeitsplatz Probleme. »Der Postbote hat mich immer noch nicht gefunden«, berichtet sie . Das Verlegen einer Telefonleitung im denkmalgeschützten Gemäuer aus dem 13. Jahrhundert wurde zur Herausforderung der Techniker. Zudem muss sie immer 47 Stufen runter und wieder rauf laufen, wenn es an der Tür klingelt. Die Gemeindereferentin sieht’s gelassen: »Man wird hier sportlich.« Auch der Briefarmut steht sie positiv gegenüber. »Die Alfener finden meinen Briefkasten schon. Ich bin zuversichtlich, dass sich das alles einspielt.«
»Ihren« Kirchturm möchte Kniesburges nicht mehr hergeben. »Von hier oben habe ich einen wunderschönen Blick über ganz Alfen«, schwärmt sie. Die Gemeindereferentin ist mittwochs von 9 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung unter v 05251/5060059 zu erreichen.
www.pastoralverbund-borchen.de
Artikel im Westfalen-Blatt vom 14.08.2010

August 26th, 2010 at 15:43
Die “Dame” sollte mal ihren Verstand gebrauchen und an die älteren Mitbürger denken, die eventuell ein Anliegen haben und diese Örtlichkeit nur schwerlich erreichen können
Anders ausgedrückt könnte man auch meinen, daß sie sich “dort oben” versteckt.
Ich bezweifele, daß diese Frau Kniesburges für den Alfener Bürger arbeitet. Eine Selbstdarstellung ist unübersehbar. Die Mehrkosten für das in der Kirchenspitze vorhandene Büro sollte man ihr vom Gehalt abziehen.
Ich kann die Zustimmmung der Kirchenpfarrei und des Kirchenvorstandes nicht nachvollziehen.
August 31st, 2010 at 22:53
Lieber Herr Schulte,
warum sind Sie denn so pessimistisch? So wie ich Frau Kniesburges kennenlernen durfte, wird sie Mittel und Wege finden, mit jedem, der es möchte, ins Gespräch zu kommen. Ich wünsche ihr auch viele junge Besucher, auch viele Kinder und Jugendliche -die Kirchengemeinde von morgen-, die die Treppen nach “dort oben” hinaufstürmen, um den “wunderschönen Blick über ganz Alfen” zu genießen und dann mit ihr über “Gott und die Welt” zu sprechen.
Freundliche Grüße
Beate Vogt
September 3rd, 2010 at 11:08
Liebe Frau Beate Vogt,
ich freue mich, daß Sie noch Wünsche haben. Genannte Fakten ignorieren Sie.
Vielleicht lädt “Rapunzel” Sie einmal zum Schnacken ein und Sie haben dann auch den herrlichen und wunderschönen Blick über ganz Alfen.
Diesen hatte ich auf meine Kosten auch schon.
MfG
Josef Schulte