Runder Tisch zum Busverkehr in Alfen informativ und zielgerichtet

Mitte September fand der erste runde Tisch zum Thema „Busverkehr“ im Alfener Bürgerhaus statt. Rund 20 Besucher kamen zu dieser informativen Veranstaltung. Neue und alte Ratsmitglieder aus SPD und CDU, Kreistagsmitglied Bernhard Langer von der CDU sowie Konrad Hansmeier als Ortsvorsteher. Schüler, Eltern von Schulbus fahrenden Kindern, „normale Busnutzer“, ein Alfener Busfahrer und Michael Pölz, RegioCenter-Leiter der BBH in Paderborn.

Moderiert wurde diese erste Borchener FWB-Runde nach der Kommunalwahl vom Vorsitzenden Reinhard Menne.

Wie schon im Vorfeld vermutet ging es in der Hauptsache um die Möglichkeit, den an verschiedenen Stellen schon stark verbesserten Schüler- und Linienverkehr weiter zu optimieren.

So ist es zurzeit noch so, dass Alfener Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Elsen bis zu 2 Stunden unterwegs sind um nachmittags heim zu kommen. Schüler des Goerdeler-Gymnasiums freuten sich zwar über die neue Direktverbindung, klagten aber über die sehr frühen Ankunftszeiten an der Schule (teilweise 7.15 Uhr bis 7.20). Auch die Umsteigemöglichkeiten in Paderborn in der Mittagszeit seien noch verbesserungsbedürftig. Auch die Schulwegkarte wurde kritisiert: Alfener können im Moment nicht den „Weweraner Bus“ der PAderSprinter nutzen. Dies würde aber vielen Eltern einiges an Kilometergeld sparen, da sie bis jetzt – ob des teilweise späten Unterrichtsendes – ihre Kinder mit dem PKW direkt von den Paderborner Schule abholen.

Ortsvorsteher Konrad Hansmeier wies direkt zu Beginn der Diskussion darauf hin, dass viele Alfenerinnen und Alfener die Verbindung über Wewer nach Paderborn vermissen. Nicht nur, weil der Zeitvorteil Richtung Paderborn ein erheblicher sei sondern auch, weil insbesondere (Arzt-)Besuche per öffentlichem Nahverkehr in Wewer zurzeit kaum stattfinden können. Durch Ausdünnen der (Haupt-)Linie 470 über Nord- und Kirchborchen nach Paderborn könne man die Verbindung Alfen-Wewer-Paderborn verbessern.

Weitere konkrete Vorschläge zur Verbesserung bezogen sich auf die Nutzung der „Flughafenlinie“ und die Verbindung Wewer-Tudorf-Wewelsburg-Flughafen.

Vorgeschlagen wurde auch eine sog. Familienkarte oder ein „Happy-hour-Bus“, die Vereinfachung des Preistafelsystems und mutige Versuche des BBH, durch Verbesserung des Preissystems zusätzliche Fahrgäste zu akquirieren.

Michael Pölz vom BBH gab bereitwillig Auskunft auf alle Fragen. Nachdem er Linien, die aktuell Borchener Gemeindegebiete durchfahren, beschrieben hatte, erinnerte er daran, wie es zur Veränderung der Busverbindung von Alfen nach Paderborn kam. „Die Personenzahl auf der jetzt gefahrene Strecke über Borchen steigt langsam aber stetig.“ so Pölz. Veränderungen wolle er sich nicht verschließen, eine komplett neue Linie von Alfen über Wewer nach Paderborn sei nicht, einzelne Verbindungen durchaus möglich. Bei der Vielzahl von Linien und Bussen sei zwar ein genaues aufeinander Abstimmen der Linien und Fahrzeiten schwierig aber durchaus machbar. Schwierigkeiten bei einer langfristigen Planung mache der BBH die nahenden Wettbewerbsverfahren im ÖPNV, die größere Investitionen in zusätzliche Fahrleistungen unkalkulierbar und damit aus Sicht von Pölz wirtschaftlich nahezu unmöglich machen.

Auf die Schlussfrage vom FWB-Moderator Reinhard Menne, was Herr Pölz denn nun mitnehme und wie es weitergehe, antwortete er, dass die BahnBus Hochstift GmbH „die aktuellen Schwierigkeiten erledigen wolle, die Anregungen zum Tarifsystem in die zuständigen Arbeitskreise der Verkehrsunternehmen hineintragen werde und bei entsprechendem Bedarf Alternativlösungen für das Fahrplanangebot in und um Alfen erarbeiten könne. Dies setze allerdings voraus, dass die in der Veranstaltung gemachten Aussagen nicht Einzelmeinungen seien, sondern gegenüber der BBH über die Gemeindeverwaltung als „Alfener bzw. Borchener Meinung“ verdeutlicht werden. Dies können nach Meinung von Michael Pölz die Alfener Ratsmitglieder in den entsprechenden Gremien am ehesten beeinflussen.

Insgesamt haben alle Teilnehmer des ersten Runden Tisches zum Busverkehr in Alfen viele neue Informationen mitgenommen. FWB-Vorsitzender Menne bedankte sich bei allen Anwesenden für die lebhafte Diskussion und schlug eine Wiederholung für Nord- und Kirchborchen vor sowie für das Frühjahr 2010 die Fortsetzung der begonnenen Diskussion in Alfen.

Ich habe Herrn Pölz den obigen Text vorgelegt. Bis auf kleine Änderungen, die ich bereits vorgenommen habe, war er einverstanden. Allerdings war es ihm wichtig, Folgendes anzumerken:

Bei den Rückfahrten von der Gesamtschule Elsen mit der PaderSprinter-Linie 8 und der BBH-Linie 470 ergibt sich aktuell eine sehr lange Fahrzeit von 1 Stunde 23 Minuten bis Alfen Kirche mit 26 Minuten Aufenthalt am Bahnhof (Die Busse im 30-min-Takt verpassen sich dort um 4 Minuten). Diese nicht abgestimmte Relation zwischen PaderSprinter und BBH besteht allerdings schon viele Jahre in unveränderter Form, so dass die Anmeldung der Schüler bei der Gesamtschule Elsen genau unter diesen Rahmenbedingungen erfolgte. Da beide Linien im 30-Min-Takt verkehren, müsste eines der beiden Unternehmen in die betrieblichen Abläufe des gesamten Tages eingreifen um hier Abhilfe zu schaffen (damit würden dann aber sicher andere Verbindungen verschlechtert).

Als Alternative könnte die PaderSprinter-Linie 6 fungieren, die allerdings nicht die Haltestelle Gesamtschule, sondern im Nahbereich zwei andere Haltestellen in Elsen bedient, die von dort fußläufig zu erreichen sind. Damit würde sich die Fahrzeit auf 1 Stunde und 10 Minuten verkürzen, mit 11 Minuten Aufenthalt am Bahnhof. Bei der Linienführung über die Paderborner Innenstadt lässt sich eine weitere deutliche Reduzierung der Fahrzeit danach kaum erreichen. Veränderungen in diesem Bereich können übrigens nur vom Padersprinter umgesetzt werden, hier fehlt uns der direkte Zugriff.

Der „Goerdeler-Bus“ ist in der gesamten zurückliegenden Diskussion und Entstehungsphase immer unter der Bedingung von uns „angeboten“ worden (wie auch am Dienstagabend so ausgeführt), dass das Fahrzeug wie bisher in die vorhandene Einsatzplanung hineinpasst und dass damit eine späteste Ankunftszeit an der Haltestelle Goerdelerstraße (Fußweg zur Schule mind. 5 Minuten) um 7:25 Uhr bindend ist. Unter dieser Voraussetzung haben wir den Betrieb aufgenommen und zugesichert, diese Zeiten in einem zweiten Schritt so knapp wie möglich zu kalkulieren. Dem Wunsch, diesen Bus erst gegen 7:40 Uhr am Goerdeler-Gymnasium ankommen zu lassen kann aber ganz sicher nicht entsprochen werden. Die von Ihnen genannten Zeiten 7:15 bis 7:20 Uhr erscheinen mir auch wegen der Baumaßnahme am Frankfurter Weg nicht realistisch.

Für die Richtigkeit:

Reinhard Menne

FWB-Vorstand

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