Lazarus in Alfen

Unter dem Lazarus-Effekt versteht man die Wiederauffindung von Tierarten, die als ausgestorben galten. Letzte Woche ist genau dieser Effekt in Alfen aufgetreten.

Auf der letzten Vogelstimmenwanderung des UKA (Umwelt- und Kulturverein Alfen) hat die Entdeckung den seinen Anfang genommen. Einmal im Jahr ziehen Vogelliebhaber frühmorgens durch die Alfener Flur und lauschten dem Gesang der hiesigen Vögel. „Mir sind alle Vogelstimmen bestens vertraut und der Ruf dieser Drossel ist mir sofort aufgefallen“, berichtet Onithologe Michael Bellinghausen. Unter seiner Führung wurde die Wanderung durchgeführt.

Angestachelt von diesem besonderen Ruf zogen Hr. Bellinghausen und Josef Drüke, der 1. Vorsitzende des UKA immer wieder am Wochenende los. Letztlich konnten sie ihren Fund dem Ministerium für Umwelt in Düsseldorf melden: die seit mehr als 20 Jahren als ausgestorbene Golddrossel ist in Alfen wieder aufgetaucht. Der zuständige Sachbearbeiter Achim Willersstein besuchte in den vergangenen Wochen mehrfach Alfen. Aber erst heute konnte das erste Foto gemacht werden und den Fund offiziell bestätigen. Vor der Sichtung in Alfen wurde die Golddrossel das letzte Mal 1998 Sandhausen offiziell verzeichnet.

Mit einem leuchten in den Augen doziert Prof. Sieland von der Universität Bochum, Fachrichtung Applied Sciences: „Die Turdus merula (Lateinischer Name der Amsel, Anmerkung der Redaktion) ist einer der am häufigsten anzutreffenden Vögel in unseren Gefilden. Das jetzt wieder die Amrum merula (Golddrossel, A.d.R.) auftaucht ist sensationell.“.

„Es waren schon viele Stunden Zeit und viel Ausdauer gefragt, um das Tier letztlich ausfindig zu machen. Die Alfener Flur ist doch recht groß. Wir freuen uns das sich die Mühe gelohnt hat“, erklärt Josef Drüke stolz. Josef Koch, der Geschäftsführers fügt hinzu: „In Alfen sind viele heimische Tierarten ansässig. Der UKA hat an dem Radweg, der durch Alfen führt, Schilder aufgestellt, um den Wanderern und Spaziergängern diese Tierarten näher zu bringen. Wir werden in den nächsten Tagen ein weiteres Schild hinzufügen!“.

Vorerst erst das Männchen ausfindig gemacht werden. Jetzt hoffen die Verantwortlichen des Umweltministeriums, dass es sich um ein Pärchen handelt und die Golddrossel wieder Bestandteil des Deutschen Vogelbestandes wird. Zusammen mit dem Verantwortlichen des UKA sind weitere Erkundungstouren geplant.

Alle, die sich an der Suche beteiligen möchten, können sich bei Josef Drüke oder Franz-Josef Koch melden. Jede Hilfe ist willkommen. „Anmeldungen zum dem ersten Weibchen-Suchtrupp werden heute Abend auf dem Osterfeuer entgegen genommen“, so die beiden Vorsitzenden des UKA.

 

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3 Kommentare

  • Konrad Hansmeier

    Ich bin stolz darauf, dass in unserem schönen Alfen die Golddrossel wieder heimisch werden will. Verstehen kann ich es ja, dass es seltene Vögel in unser Dorf zieht. Gerade als Ortsvorsteher bin ich an jede Art von Vielfalt interessiert. Natürlich melde ich mich zur Weibchensuche hiermit an.

  • Hans-Josef Lagers

    Wir Alfener Wanderfreunde werden bei unseren Touren durch die heimische Feldflur auf jeden Fall auch Ausschau halten nach dieser auf der „Roten Liste“ stehenden Vogelart. Unsere beiden Wanderführer Lioba Thiele und Josef Schumacher tragen schon jetzt ein Foto bei ihren Erkundungen bei sich.

  • Hans-Jörg Nordmeyer

    Jetzt fehlt nur noch der Preußenadler im Sortiment, dann hätte Alfen, mit den Uhu-Sichtungen des vergangenen Jahres ein Alleinstellungsmerkmal für gesunde Flora und Fauna im gesamten Landkreis.

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