Zwölf Engel und Lamm Gottes spenden Trost

Glaskünstlerin Kerstin Hofmann aus Alfen gestaltet Friedhofskapelle im Münsterland künstlerisch

Westfalen-Blatt vom 20.3.2017 von Manfred Stienecke

a130113570i0017_max1024xPaderborn(WV). Vor fünf Jahren hat die Alfen Künstlerin Kerstin Hofmann ein Glasobjekt für eine Kirche im Münsterland entworfen. Die Arbeit gefällt dem Pfarrer so gut, dass er jetzt auch die neue Friedhofskapelle von ihr künstlerisch gestalten lässt.

Mit dem Brand der Glastüren und -fenster hat Kerstin Hofmann die Werkstätten der Glasmalerei Peters in Neuenbeken betraut, mit der sie schon mehrere Projekte gemeinsam realisiert hat. Heute sollen die fertigen Elemente in den Neubau einer Aussegnungshalle auf dem Friedhof in Alstätte bei Ahaus im Kreis Borken eingebaut werden. In der vergangenen Woche erhielten die Glasobjekte ihren letzten »Schliff«.

Die 51-jährige Künstlerin, die auch schon die Kapelle im Altenheim der Mallinckrodtschwestern in Paderborn mit ihren pastellfarbenen Glasentwürfen ausstattete, hat sich für die Friedhofskapelle etwas ganz Besonders einfallen lassen. Sie möchte die Trauernden in der münsterländischen Gemeinde mit dem Bild der zwölf Engel und dem leuchtenden Lamm Gottes trösten, das der Apostel Johannes in seiner biblischen Offenbarung beschrieben hat. »Zum Paradies mögen Engel dich geleiten«, heißt es dort. »Das Lamm Gottes selbst leuchtet auf dem Thron in der Mitte.«

a130113570i0012_max1024xWenn sich die Trauergemeinde demnächst in der Friedhofskapelle versammelt, dann fällt ihr Blick auf dieses Motiv, das Kerstin Hofmann auf die beiden großen Eingangstüren hat aufbringen lassen. Unter dem Gotteslamm strömt der Fluss des Lebens hinaus auf den Friedhof. Die beiden Türen bilden mit dem darüber angebrachten Engels-Fries ein Kreuz, das auf das christliche Symbol verweist, das auch am Eingang des vor der Kapelle sich öffnenden Friedhofs steht.

Die Fensterflucht über der Eingangstür zieren die zwölf Engel aus der Offenbarung des Johannes, jeder in einer anderen Farbgebung. Sie stehen für die zwölf Stämme Israels, die in dem Bibeltext die Tore in die Himmlische Stadt Jerusalem bilden. Zwölf Edelsteine sind ihre Grundsteine. Die Farben dieser Edelsteine – darunter der ultramarinblaue Saphir, der grün-blaue Smaragd, der rot-schwarze Onyx und der violettfarbene Amethyst – finden sich in den Gewändern der Engel wieder. Die zwölf Figuren ergänzen sich zu einem trostreichen, regenbogenfarbenen Ensemble.

Zur Hand ging der Künstlerin in den Peters-Werkstätten der Glas- und Porzellanmaler Uwe Kleinschmidt. Er übertrug die Entwürfe auf die Glasscheiben, wobei große flächige Strukturen im Airbrush-Verfahren aufgespritzt wurden. »Die wichtigen Details male ich aber immer selbst«, betont Kerstin Hofmann, der die Gesichtszüge und Handstellungen ihrer Engel besonders wichtig sind. Die Arbeit an den schweren, bis zu 4,40 Meter hohen Glasscheiben ist auch körperlich anstrengend. »Ich habe meinem Helfer schon mal einen Massage-Gutschein geschenkt, weil er immer so schwer schleppen muss«, erzählt die Künstlerin.

Besonders stolz ist Kerstin Hofmann auf ihre Beteiligung an einer großen Glaskunstausstellung, die derzeit in der französischen Domstadt Chartres zu sehen ist. In der Schau »Auf der Suche nach dem Licht der Welt«, zu der 60 internationale Künstler ihre Werke eingereicht haben, ist sie mit zwei Engel-Arbeiten vertreten. Alle 66 in Chartres gezeigten Kunstwerke sind in der Glasmalerei Peters gefertigt worden.

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