Frühgeschichte
Warum heißt Alfen Alfen?
Über die Entstehungszeit des Ortes Alfen liegen keine urkundliche Belege vor. Es ist aber anzunehmen dass dieser Ort zu den älteren Siedlungen des damaligen Padergaues gehört. In früheren Zeiten waren wasserreiche Gebiete für Menschen und Tiere Ansiedlungspunkte. Das trifft auch für Alfen zu. Die heutigen Orts- und Flurnamen geben über die früheren Verhältnisse oft wichtige Auskünfte.
Es begann mit Alflaan
Nach einem ersten urkundlichen Beleg hieß Alfen im Jahre 1031 "Alflaan". Franz Kruse, ein gebürtiger Alfener, veröffentlichte im Jahre 1964 Nachforschungen zum Namen seines Heimatortes. Er stellte fest: "Alflaan" ist ein zusammengesetztes Wort, also Alf-Laan. Das Grundwort "laan" deutete er als die Mehrzahl von "loh". Man verstand darunter ein Wäldchen (wie z.B. Gütersloh, Marienloh). Das Bestimmungswort "Alf" hat den selben Stamm wie das schwedische Wort Elf (= Flüßchen), wie es auch in manchen schwedischen Flussnamen noch zu finden ist. Im Laufe der Zeit änderte sich die Schreibweise von Alflaan zu Alfnon (um 1146), Alfonon (um 1183) und Alfnen (um 1217), bis es durch Abschleifung der Endsilbe zu Alphen = Alfen wurde. Wasser und Wald gaben einst dem Gelände, auf dem heute der Ort liegt, das Gepräge.
Alf
Noch heute bestätigt vieles diese Namensdeutung. An Wasser mangelte es hier früher nie. Fast alle Hausstellen hatten ihre Brunnen. An mehreren Stellen treffen wir noch heute auf alte Brunnenschächte, so z.B. bei Joachim Meyer, Josef Gerdiken, Wilhelm Rochell u.a. Unter den Höher gelegenen Flächen westlich und nördlich des Ortes staute sich das Grundwasser über Geschiebemergel und tritt an mehreren Stellen der Talsohle zutage. Bekannt ist die Quelle am Wanderweg in Richtung Niederntudorf, die in regenreichen Monaten des Jahres schüttet und zwei Wasserlöcher füllt (Sandkuhle). Bei dem Hof Westermeiner an der Tudorfer Straße entsprang die Bicke. Die Quelle wurde im Jahre 1965 abgefangen und verrohrt durch den Wiesengrund zur Alme abgeleitet. Das kleine Bächlein an der Tudorfer Straße hatte zu fließen aufgehört. Am Wiesenweg im Südosten des Dorfes befindet sich die „Dispelnquelle“, heute umgeben von einem Freizeitgelände mit Schutzhütte. Die Quellen, Wasserlöcher und Brunnenschächte sind ein Beweis für die Richtigkeit der Namensdeutung von „Alf“.
Laan
Nach Wäldchen (laan) im Ort zu suchen, ist schwierig. Nur noch bescheidene Reste, wie der „Goers Berg“ und der Nordhang bei der Sargfabrik, sind bewaldet. Allerdings weisen mehrere Flur- und Straßennamen auf ehemalige Bewaldung hin, wie Eschenkamp, Bellenstrasse (Bell = Weidenbaum), im Schüren (Schür von „scheren“ = Holzschlag), im Holzkamp, Fürk (von Föhren = Nadelwald) und Pöppenweg (von Pappel)
Es begann im Jahr 1031
Der so zutreffende Name Alflaan wurde urkundlich erstmals im Jahre 1031 erwähnt. Damals schenkte Kaiser Konrad II. (1024-1039) der bischöflichen Kirche in Paderborn Landbesitz in Alflaan. Bischof Meinwerk, der dem Kaiser sehr verbunden war, nahm diese Schenkung laut Urkunde vom 20.Januar 1031 für die arme Paderborner Kirche wohlwollend an.
Die Urkunde
Diese Kaiserliche Schenkungsurkunde hat folgenden Inhalt:
„Mit Zustimmung und auf Bitten seiner Gemahlin, Gisela und seines Sohnes Heinrich, des späteren Kaisers Heinrich III., schenkt der Kaiser des Kirche von Paderborn zu Ehren der Gottesmutter Maria und des hl. Martyrers Kilian, Bischof von Würzburg und Kompatron von Paderborn, sowie des Bekenners Christi, des hl. Liborius, wegen der Verdienste des Bischof Meginwerck (Meinwerk) die Güter zu Alflaan und Etlimun im Padergau in der Grafschaft Amelungs, welche er, der Kaiser, vom Grafen Bernhard und seiner Schwester Hazecha geerbt hatte . Er schenkt diese Güter mit allen Zubehörungen und mit allen Erträgnissen, welche aufgezeichnet sind oder auf irgendeine Weise namhaft gemacht werden können, mit allen Eigenbehörigen beiderlei Geschlechts, mit Scheunen, Gebäuden, Äckern und Feldern, mit behauten und unbebauten Ländereien, mit Wiesen und Weiden, mit Wäldern und Jagdgerechtsamen, mit Gewässern und Wasserfällen, Fischereirecht, Mühlen und Stauanlagen, mit Wegen und Stegen, mit allen Einkünften, die schon bekannt sind oder noch nachgeforscht werden müssen.“