Anhang II: Bau- und Kunstdenkmäler der Gemeinde Alfen

1. Das Dorf Alfen

Die Gemeinde Alfen (mit Wilhelmsburg, die kirchlich zu Wewer gehört) an der südwestlichen Grenze des alten Padergaues gelegen, ist 963 ha groß und hat 477 Einwohner, darunter 4 Evangelische. Die Kapelle ist der hl. Walburgis geweiht.

Quellen und Literatur:

Ortschronik von 1800 ab. – Kirchenbücher in Kirchborchen. – Gerken,

Die Alfer Mark. (Mascr. Im Besitz des Paderborner Altertumsvereins.) –

Schloßarchiv in Wewer. – Fahne, Westfälische Geschlechter. – Fahne, Dynasten von Bocholtz I. – Zerstreute Nachrichten.

Alfen (Alfaan, Afflaan, Alfnon, Alfnen, Alfnem u.a.) begegnet uns urkundlich zuerst in der Zeit des Bischofs Meinwerk; 1031 schenkte nämlich Kaiser Konrad II. mehrere Güter daselbst der Paderborner Kirche. Das Dorf hat entwickelt aus einem bischöflichen, in der Nähe der Alme gelegenen Amtshof, Klinke genannt, welchen Jahrhunderte hindurch die Familie von Krevet zu Lehen getragen hat. Besitz erwarben hier ferner die Herren von Stapel und von Brenken, sowie die von Vlechten, deren Wappen und Lehen an die von Haxthausen übergegangen sind. Die Freiherrn von Stapel, von Brenken, von Krewet und von Haxthausen werden in den Hof- und Staatskalendern als die "Säulen und edlen Meier des hohen Domstiftes" aufgeführt.

Als im 16. Jahrhundert die Familie von Stapel erloschen war, kamen ihre Besitzungen zu Alfen 1396 durch Kauf an das Paderborner Domkapitel. 1663 starb der letzte männliche Sproß der von Krewet, und mit dem Klinkenhof wurde nunmehr die Familie von Imbsen belehnt, welche die Oeconomie 1812 nach Wilhelmsburg verlegte und den Hof selbst veräußerte. Nach dem Erlöschen dieser Familie mit dem Freiherrn Wilhelm Anton (1833) brachte der Freiherr von Brenken die Güter derselben in seinen Besitz. Der den Herren von Vlechten gehörige vierte Teil der Alfer Mark wurde schon früh vom Kloster Abdinghof, das den Herren von Stapel gehörige Viertel 1596 vom Domkapitel erworben. Beide Anteile fielen 1803 und 1810 in Folge der Aufhebung des genannten Klosters bzw. des Domkapitels an den Fiskus, welcher bald darauf auch die andere Hälfte des Forstes bekam, indem er die Anteile der von Imbsen und von Brenken gegen Waldbezirke des ebenfalls aufgehobenen Klosters Böddeken eintauschte.

Abgesehen vom Kloster Abdinghof sind in Alfen begütert gewesen das Kloster Böddeken, das Stift Busdorf und das Stift Geseke. Nach der Ortschronik waren im Jahr 1800 Gutsherren in Alfen: die Herren von Imbsen und von Brenken, der Fürstbischof, das Domkapitel, das Stift Geseke und der Pfarrer von Kirchborchen.

In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde während der Spiegel-Westphalenschen Fehde das Dorf gebrandschatzt, am Ende des 16 Jahrhunderts dehnten holländische Freibeuter bis nach Alfen ihre Raubzüge aus.

Zur Zeit der Säkularisation des Hochstifts besaßen die von Brenken die Patrimonialgerichtsbarkeit in Alfen. An dem Wege von Alfen nach Salzkotten, nicht weit von der Kreisgrenze, lag ehedem der Freistuhl von Mengeringhusen (ausgegangen).

2. Bau- und Kunstdenkmäler der Gemeinde Alfen

Kapelle, katholisch, Übergang, einschiffig, einjochig, mit Westturm und gerade geschlossenen Chor. Kreuzgewölbe aus Eckpfeilern zwischen spitzbogigen Gurt- und Blendbogen; kuppelartig ohne Pfeiler und Bogen im Turm. Fenster rundbogig, zum Teil erweitert. Schallöcher mit den oberen Turmgeschossen erneuert. Eingang an der Südseite gerade geschlossen.

Grundriss und Längsschnitt der Kapelle in Alfen
Grundriss und Schnitt der Alfener Kapelle (1:400), aus A. Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Paderborn

Taufstein, Renaissance, kelchförmig, mit rundem kannelierten Schaft. Auf dem achteckigen Becken Engelköpfe und Inschrift: Anno d. 1618. 1,20m hoch, 0,79m Durchmesser.

Pieta, spätgotisch, von Holz, 0.96m hoch.

Madonna, spätgotisch, von Stein, 1,43m hoch.

Kasten, gotisch, von Holz, mit Maßwerk, 54,5cm lagn, 18,5com hoch.

Glocken, mit Inschriften:

1. s. walburgis p. bonefacius ernesti pastor georg schlüter richter, meloff brandt daniel henke promotores anno 1693. Durchmesser 0,75m.

2. neu.

Welche Stücke aus alten Capelle in Alfen stehen im Diözesanmuseum Paderborn?

Auf Anfrage erteilt das Sekretariat folgende Auskunft:

Paderborn, 12.März 1984

Leihgaben aus Alfen:

1. Zwei Prozessionsleuchter oder Stangen (Inv.Nr. KW 122)

Lange Stangen, unterer Teil rund bis zu einem Schaftring, oberer Teil mit Kannelüren und Anschwellung des Schaftes, Bekrönung: Auf einer runden Platte liegt das Lamm Gottes, Holz, neben ihm langer Dorn (für Kerze?) Holz, 2,50m, 18 Jh.

2. Podest (Kasten) (Inw.Nr. KW 158)

Mit aufgelegtem Maßwerk, Reste alter Fassung, Holz, um 1500/20, 2,54m, H. 18cm

3. Vesperbild (Pieta) (Inv.Nr. SK 66)

Westfalen (Paderborn?), Ende 15 JH.

Lindenholz, die Fassung bis auf geringe Reste verloren, starke Beschädigungen durch Anobienbefall. Es fehlen die linke Hand und Teile vom Mantel Mariens,, die rechte Hand auf der linke Unterarm Christi, sowie Teile seiner Füße, ebenso Stücke der Sitzbank und des Sockels.

Höhe: 95cm, Breite 62cm, Tiefe: 17cm

4. St. Johannes, Ev. (Inv.Nr. SK 199)

Von einer Kreuzigungsgruppe, dazugehörig zu SK200,

Holz, 40com hoch, um 1720

5. Mater dolorosa (Inv.Nr. SK200)

Aus einer Kreuzigungsgruppe, dazugehörig zu SK199.

Holz, 40cm hoch, um 1720

Unterschrift: gez. Bickmann

Quellen:

Westf. Urkundenbuch IV 486

Westf. Urkundenbuch IV 1191

Mscr "die Alfer Mark"

Über die Edelmeier vergleiche außerdem Bessen I. Seite 67;

Fahne, Dynasten v. Bocholtz I. Seite 15;

Wigand, Provinzialrechte II. Seite 320

Über den Besitz der v. Spiegel in Alfen vergl. Weddigen, Seite 1031

Welche Bewandtnis es hat mit dem im Westf. Urkundenbuch III. 386, 418 erwähnten Conrad de Alfen (Alften) wurde nicht ermittelt.

Erhard, Cod. dipl. 431 Regesta 2126 Westf. Urkundenbuch V 54

Westf. Urkundenbuch IV, 272

Wigand, Archiv V, Seite 262 ff

Westf. Zeitschrift, Band 47, Seite 20

Mscr. "Die Alfer Mark", Bessen II, Seite 91 f


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