Kapitel 8: Die 22 Erbhöfe in Alfen
- Meierstättische Verhältnisse auf den Kolonen, deren Zusammensetzung auf den Huben.
- Vergrößerung oder Verringerung des Grundbesitzes einiger Höfe.
- Familiennachrichten.
Vorbemerkung:
Nachdem wir im Vorhergehenden die Grundherren kennengelernt haben, wollen wir uns im Nachstehenden mit den früheren meierstättischen Verhältnissen der jetzigen Erbhöfe beschäftigen. Das sehr umfangreiche Material ist aus den freundlichst zur Verfügung gestellten älteren Grundbuchakten des Paderborner Amtsgerichtes genommen und bietet für die Geschichte der einzelnen Höfe und Familien teilweise recht interessante Hinweise und Nachrichten. Da es nicht unsere Aufgabe sein konnte, im Rahmen dieser Heimatgeschichte von jedem Erbhof eine abgeschlossene Geschichte zu geben, geben die nachstehenden Darstellungen vielleicht die Veranlassung, daß die Besitzer der Familien- und Hofgeschichte weiter nachgehen.
Über Lütkenhof (Becker), sowie über Hausstätte Leniger ist das aus den Grundbüchern entnommene Material in Kapitel 13 "Aus dem kirchlichen Gemeindeleben" mitgeteilt; desgl. über den "Klinkenhof" in Kapitel 4 "Die Freiherrn von Imbsen."
.Ahle (Kittelböter) Nr. 10
Das ursprüngliche kleinere Kolonat, dessen Größe im Jahre 1838 mit 27 M, 38 R und 35 Quadratfuß angegeben wird, war der Hauptsache nach domkapitularische Meierstätte. Als Hofname gibt Pfarrer P. Bonifatius Ernesti 1673 "Kettelbröker" an.
An Belastungen werden angegeben:
- An das Domstift: jährlich 4 Becher Hafer von Haus und Hof; ferner von den Ländereien je 5 Schfl. 2 ¾ Becher Gerste und Hafer; bei neuer Bemeierung Weinkaufs- und Schreibgelder.
- Von Imbsen erhalten den Naturalzugzehnten von allen bestellten Äckern.
- Die Pfarrkirche in K-Borchen jährlich 1 Schfl. Hafer.
- An die Gemeinde Alfen: Alle 4 Jahre 12 Gute Groschen für ein kleineres Gemeindegrundstück.
Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts erscheint als Meier Georg Hillebrand. Dieser überträgt am 22.7.1822 seinem Sohn Meinolf, der mit Magdalena Schilling verheiratet war, das Vermögen. Im .......Falle (mit der Schwiegertochter) behält der übertragende Vater als Leibzucht sich vor:
Je ½ Morgen Roggen, Gerste und Rauhfutter, gedüngt und bestellt vom Sohn, ferner jährlich ½ Molle Salz, 5 Maß Öl, 1 Kanne Tran, ½ festes Schwein und 5 Tlr. "Handpfennig", sodann wöchentlich freie Lieferung von je ¼ Pfund Kaffee und Schnupftabak.
Am 25.5.1848 war Übergang des Kolonates von Meinolf Hillebrand auf seinen Sohn Franz unter folgenden Leibzuchtbedingungen der nachstehenden Lieferungen bei freier Wohnung Licht und Brand:
Jährlich: 4 Maß Öl, 1 Maß Tran, 50 Pfund Salz, 80 Pfund Speck, die Hälfte der Würste von allen Sorten, 1 Schfl. W., je 10 Schfl. R. und G., 1/3 des Obstes, 2 Stück gebleichtes Leinen, das Stück zu 21 Ellen und 10 Tlr. "Handpfennig".
Wöchentlich: 1 Pfund Butter, ¼ Pfund Zucker, ¾ Pfund Kaffee "bester Sorte" und ½ Pfund. Rauchtabak.
Täglich: 1 Maß Milch.
Kolon Franz Hillebrand hat durch Zukauf von Ländereien des Unterhauses in Nordborchen (siehe Geschichte von N-Borchen Seite 172) von der Gemeinde Alfen und von Jos. Kruse – Klinkenhöfer – der Grundbesitz vergrößert, der 1861 mit etwas über 34 Morgen angegeben wird.
Aus der Schichtungsverhandlung der Eheleute Franz und Theresia Hillebrand mit ihrem Sohn Franz und den 3 Töchtern vom 7.11.1861 sei der Viehbestand hier mitgeteilt: 2 Pferde (abgeschätzt zu 70 Tlr. und 6 Tlr., das Pferd war 18 Jahre alt), 1 Kuh (27 Tlr.), 1 Rind (20 Tlr.), 1 Ziege (1 ½ Tlr) und 1 Schwein (11 ½ Tlr.).
Durch Einheirat wurde Friedrich Ahle aus Oberntudorf 1902 Besitzer.
Ahrens (Westermeyer) Nr. 18
Besitzer des Kolonates war zu Beginn des vorigen Jahrhunderts Friedrich Gaukstern, genannt Westermeyer. Das Kolonat bestand aus Wohnhaus mit Stallung und Gärten, 1 Morgen Wiese und 37 – 40 Morgen Ackerland. Die Meierstatt war den Herrn von Brenken eigenbehörig. Zu dem von Brenkenschen Kolonat gehörte eine vom fürstbischöflichen Domänenamt Neuhaus abhängige Hube von etwa 10 Morgen; dazu kamen noch 12 Gart Dorfland. Der Wert des in 46 (!) verschiedenen Parzellen zersplitterten Grundbesitzes wird am 21.3.1820 mit 1780 Tlr. angegeben. Am 18.12.1841 wird die Größe des Kolonates mit etwa 66 ¾ Morgen angegeben und bei der Separation i. J. 1883 mit etwas über 64 Morgen.
Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts lagen auf dem Kolonate nachstehende Belastungen:
- Für von Brenken: 6 Schfl. R., 8 Schfl. G. und 12 Schfl. H. und jährlich 4 Tlr 9 Mariengroschen; bei neuer Bemeierung Weinkaufs- und Schreibgelder.
- Für das fürstbischöfliche Domänenamt Neuhaus: 11 ¾ Schfl. G. und 6 ¾ Schfl. H.
- Für das Domstift Paderborn: 2 ¼ Schfl. R. und 4 ½ Schfl. H.
- Für von Imbsen-Wewer: Der Naturalzugzehnt von den bestellten Äckern.
- Für die Pfarrkirche in K-Borchen: 3 Spint R. und 1 Sp. H.
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 12 Gute Groschen.
Auf Friedrich Gaukstern folgte sein Sohn Franz, dessen Witwe Elisabeth Katharina geb. Herwald i. J. 1827 den Augustin Aahrens heiratete, der so Brenkenscher Meier wurde. Die unverheiratete Tochter Elisabeth Gaukstern aus der ersten Ehe ihrer Mutter verzichtete auf die Erbfolge und erhielt dafür: 150 Tlr. und Aussteuer, bestehend aus 1 Kuh, 1 Bett mit Bettspann, je 1 Haspel und Spinnrad, 4 Stühle und 1 Koffer.
Von dem bei der Heirat der Ww. Gaukstern mit Augustin Ahrens aufgenommenen Vertrag möge aus dem beigefügten Inventar der Viehbestand hier folgen:
1 schwarzer siebenjähriger Wallach (44 Tlr.), 1 brauner dreizehnjähriger Wallach (32 Tlr.) und 1 alter Schimmel (15 Tlr.), ferner 2 Kühe (22 Tlr.) und 1 einjähriges Rind (3 Tlr. 12 Sgr.). Schweine und Geflügel finden sich nicht vor.
Am 26.1.1857 übertrugen die Eheleute Augustin Ahrens ihrem Sohn Aloys das Kolonat unter Sicherung der übertragenden Eltern und der 2 Töchter, von denen eine 150 Tlr. und Aussteuer und die andere als Ordensschwester 100 Tlr. bekam. Auf Aloys Ahrens folgte sein Sohn August. Jetziger Besitzer ist Aloys Ahrens.
Ahrens (Cord Neese) Nr. 26
Einer der größeren älteren Höfe in Alfen war Neesemeyers Hof, eine von Imbsen'sche Meierstatt, der seinen Namen von dem Meier Neese trug. Ein Sohn aus dieser Familie Cord oder Konrad Neese übernahm die Meierstatt Nr. 26, die ebenfalls dem Herrn von Imbsen meierstättisch war. Da das Archiv der Familie von Imbsen, jetzt im Staatsarchiv in Münster, noch nicht eingesehen werden konnte, ist ein Klarheit über den Ursprung des Cord Neesenhofes bisher nicht zu erreichen. Es ist möglich, daß dieser Hof mit Genehmigung der Herrn von Imbsen durch Abzweigung von Neesenmeyers Hof entstanden ist, oder daß Cord von Neesmeyers Hof das in Kriegszeiten verlassene Kolonat von dem Gutsherrn von Imbsen übertragen erhalten hat, oder daß Cord Neese auf den Hof eingeheiratet hat. Beide Höfe, der Neesemeyers Hof und Cord Neesenhof waren als von Imbsen'sche Kolonate. Neesemeyer war "Vollspänner", während der Inhaber des Cord Neesenhofes als "Halbspänner" bezeichnet wird.
Das Kolonat Nr. 26 bestand aus dem Wohnhaus mit Stallung und Hausgarten, es gehörten dazu 3 andere Gärten, von denen einer der "Hoppenhof" (Hopfenhof) heißt und von dem Domstift jährlich 4 Becher Hafer als Heuer zu liefern waren, ferner 2 Wiesen im "Dolskamp", 42 Morgen Ackerland und 4 Gart Gemeindeland.
Als Belastung sind zu Anfang des vorigen Jahrhunderts nachweisbar:
- Für von Imbsen: 24 Schfl. H. 52 Spanndiensttage mit ½ Spann, 1 Stück Dienstgarn und 50 Eier.
- Für denselben Dienstherrn: der Naturalzugzehnt von den bestellten Äckern.
- Für das Domstift:: 4 Becher H.
- Für die Pfarrkirche in K-B.: 1 Schfl. R.
- Für die Gemeinde Alfen: Alle 4 Jahre 18 Gute Groschen.
An Schulden waren eingetragen:
Mehrere kleinere Kapitalien für die Pfarrkirche in K.B. und die Kapelle in Alfen, sodann aus dem Schuldurkunden vom 1.5.1789 und 6.6.1790 für die von Haxthausen'sche Armenstiftung in Marienloh 140 Tlr. in Gold, ferner aus der Schuldurkunde vom 4.3.1817 je 100 Tlr. aus dem Landeshospital und aus der Bianco'schen Armenstiftung in Paderborn.
Als Besitzer des Kolontes erscheint 1807 Josef Ahrens, der dem Frhr. von Imbsen eigenbehörig war. Am 15.7.18097 überträgt er seinem Sohn Friedrich unter Vorbehalt der Abfindung für Eltern und Geschwister die Meierstatt. Friedrich Ahrens, ebenfalls wie sein Vater von Imbsen'scher Eigenbehöriger, will sich mit der dem Domkapitel eigenbehörige Maria Magdalena Brandt verheiraten, die auf Verlangen des Wilhelm Anton von Imbsen zuvor einen Freischein über ihre Entlassung aus der Eigenbehörigkeit beibringen muß. Dann wird Heirat und Kolonatsübernahme "Guts- und eigentumsherrlich" genehmigt. Die an den Obergutsherrn zu zahlenden Weinkaufs- und Aufzugsgelder betragen 30 Tlr.
Wenn die übertragenden Eltern sich mit den jungen Leuten nicht vertragen sollten, wird folgende Leibzucht vorbehalten:
Freie Wohnung mit Küche, 1 Schwein, 1 "milche" Kuh, jährlich 22 Pfd. Salz, 2 Spint trockene Zwetschen i guten Jahren, ferner je 1 ½ Morgen Roggen und Gerste, ½ Gart Hanf und 1 Gart Garten, der Sohn muß ackern und ernten helfen und erhält dafür das Stroh und Hanfsamen.
Lt. Bescheinigung des Amtes Neuhaus, wo damals der Amtsmann wohnte, vom 24.8.1841 betrug die Gesamtgrösse des Kolonates 64 M. 37 R. und 90 Quadratfuß.
Am 23.3.1849 überträgt Ww. Friedrich Ahrens ihrem Sohn Franz das Kolonat, wobei sie sich einen monatlichen "Handpfennig" von 1 Tlr. vorbehält. Im "Nichtvertragensfalle" behält die Mutter sich folgende Leibzucht vor:
Freie Wohnung, Licht und Brand, ferner jährlich: 1 Schwein von 100 Pfd., 12 Schfl. blaue Kartoffeln, 2 Stiegen 5/4 flächsen Leinen und ½ Stiege 5/4 Tuch, monatlich: 2 Tlr. Handgeld, wöchentlich: 1 Pfd. Butter, ½ Pfd. Kaffee, 2 Pfd. Salz und ½ Pfd. Zucker und täglich: ¼ Quart Milch.
Am 22.11.1858 erwarb Augustin Ahrens von seinem Bruder Franz das Kolonat für 1500 Tlr. In den siebziger Jahren wurde sein Sohn Franz Nachfolger. Jetziger Besitzer ist Heinrich Ahrens.
Becker (Uhle) Nr. 25
Das Kolonat bestand ursprünglich aus einer Abdinghofer Hube mit Haus, Hof und 30 Morgen Ackerland und einer der fürstlichen Domänenkammer in Neuhaus gehörigen kleineren Meierstatt. Dazu kamen noch ungefähr 17 Morgen aus der aufgeteilten früheren Hollmeierschen Hube, die dem Domstift meierstättisch gewesen war. Der Inhaber des Uhlenhofes war 1837 indessen nicht im Stande, die einzelnen Bestandteile der vorgenannten Huben genau anzugeben.#
Als Belastungen wurden 1816 zum Grundbuch angemeldet:
- Für Abdinghof: 12 Schfl. H., 7 Tlr. Weinkauf und 3 Tlr. 12 Gute Groschen bei neuer Bemeierung.
- Für Domänenamt Neuhaus: 1 Schfl. 8 Becher R., 2 Schfl. 8 2/3 B. G., 18 Schfl. Und 8 B. H., 2 Hühner, Weinkauf- und Schreibgelder.
- Für Domstift Paderborn: (wegen Anteil an Hollmeyers Gut) 1 ½ Schfl. R., 4 Schfl. H., 2 Hühner und Weinkauf.
- Für von Imbsen: Naturalzugzehnt von allen bestellten Äckern.
- Für Pfarrkirche in K.B.: 1 ½ Schfl. R.
- Für Gemeinde Alfen: Alle 4 Jahre 16 Gute Groschen und Weinkauf.
Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts war Gutsinhaber Hermann Becker, der mit Anna Maria Dransfeld verheiratet gewesen war. Er übergab den Hof seinem Sohn Liborius, der mit Theresia Drüke verheiratet war. Die Leibzuchtbedingungen für den übertragenden Vater und die vorgesehenen Abfindungen für die zwei Schwestern des Gutsübernehmers erhielten am 16.2.1817 die vorbehaltenen gutsherrlichen Genehmigung durch den Fiskus.
Liborius Becker starb am 31.3.1851 und hinterließ drei Söhne. Seine Witwe heiratete am 14.2.1852 Josef Thebille aus Nordborchen (+ 14.10.1893) In der Schichtungsverhandlung vom 7.2.1852 wird festgelegt, daß ein Sohn aus der ersten Ehe der Mutter nach Wahl des Vormundes zum Anerben berufen werden soll.
Aus dem bei der Schichtungsverhandlung aufgenommenen Inventar sei der Viehbestand mitgeteilt:
2 Pferde, 11 und 15 Jahre alt (60 Tlr.), 2 Kühe je 8 Jahre alt (36 Tlr.), 1 Rind von 2 Jahren (10 Tlr.), 1 Zugochse (4 ½ Tlr.), 4 Schweine von ¼ Jahr (17 Tlr.), 1 Sau (10 Tlr.).
Kleinere Schulden bei Levi Rosenberg in N.Tudorf und Herzheim in Paderborn werden auch in den Vermögensaufstellung aufgeführt.
Kolonatsinhaber wurde denn Heinrich Becker. Jetziger Besitzer ist Josef Becker.
5. Bielemeyer (Hüweler) Nr. 41
Die zu Anfang des vorigen Jahrhundert noch kleine Meierstatt, deren Größe am 2.5.1838 mit knapp 9 Morgen angegeben wird, besaßen die Eheleute Caspar Rose und Anna Maria, geb. Müllers.
Auf der kleinen von Brenken'schen Meierstatt ruhten an Lasten:
- Für von Brenken: anstatt der Korngefälle jährlich 4 Tlr.
- Für von Imbsen: der Naturalzugzehnt von den bestellten Äckern
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 4 Sgr. 3 Pfg.
Die Eheleute Caspar Rose übertrugen am 10.9.1829 die Meierstatt ihrem Sohn Heinrich, dem aber ziemlich schwere Bedingung auferlegt wurden.
So behalten die Eltern sich vor: die Benutzung des Hausgartens und 2 Morgen Ackerland, das der Anerbe ohne Vergütung bestellen muß; der Garten vor dem Dorfe bleibt Eigentum der übertragenen Eltern, die sich weiter vorbehalten: eine "unsterbliche" Ziege, wöchentlich ½ Pfund Kaffee bei freier Wohnung, Brand und Licht. Für die Geschwister des neuen Meiers (2 Brüder und 2 Schwestern) werden festgelegt: freier Unterhalt und freie Kleidung, bei Heirat oder Großjährigkeit je 20 Tlr. und 1 Kuh und bei den Söhnen weitere 5 Tlr. Dabei war das kleine Kolonat schon stark verschuldet. So kam es 1846 zur Klage und Subhastation, nachdem der Schuldner bei den Mobilien für unpfändbar erklärt war. Wir wollen uns aber auch daran erinnern, daß 1845/46 die bekannten Hungerjahre waren.
Im gerichtlichen Verkaufstermin am 23.3.1847 war mit 790 Tlr. Josef Bielemeier Bestbietender, dessen Vater Johann Bielemeyer die selbstschuldnerische Bürgschaft für das Kaufgebot übernahm.
Josef Bielemeyer war in erster Ehe mit Franziska Ahrens verheiratet; aus dieser Ehe gingen hervor: August, Joh. Caspar, Franz Xaver und Maria. Der Witwer mußte wegen seiner unversorgten Kinder und wegen seine Betriebes zu einer zweiten Ehe (mit Catharina Schulte aus Hegensdorf) schreiten. Josef B. hat das Kolonat durch Landankäufe von dem Erben Rotschild, von dem Erben Beckmann in N.Tudorf, von Joh. Stellbrink und Gerichtssekretär Vahrenkamp in Paderborn bedeutend vergrößert und dafür 1693 Tlr. verausgabt. Er starb am 5.6.1880. Seine Witwe übertrug am 3.10.1883 ihrem Stiefsohn Joh. Caspar den Hof.
Jetziger Besitzer ist Josef Bielemeyer.
Bockhoff (Koch) Nr. 26
Kochs Köttergut bestand aus dem Wohnhaus mit Garten Nr. 32 und 12 ½ Morgen Land in 9 Parzellen. Der Inhaber Pancraz Meyer kaufte 1835 das früher Neesmeyersche Haus Nr. 29 nebst Garten für 201 Tlr. Ferner sind Kochs Kolonat um 1835 hinzugekauft aus der untergegangenen Neesemeyerschen Meierstatt 4 Parzellen, aus Rören Hube 9 Parzellen, sodann spätere Ankäufe von Ländereien von Referendar Emmerisch, Besitzer des bisher von Oeynhausen'schen Unterhauses in Nordborchen (siehe Geschichte von N-Borchen, Seite 172 ff.), von Joh. Becker (Lütken), von Caspar Drüke (Pieps) 4 Parzellen in Kirchborchen usw.
Das Koch'sche Köttergut war der Hauptsache eine von Imbsen'sche Meierstatt. Es lagen darauf folgende Belastungen:
Für von Imbsen: je 4 Schfl. R., g. und H., 1 Stück Dienstgarn, 52 Handdiensttage, 16 Gute Groschen Hofgeld und Naturalzugzehnt von den bestellten Äckern
- Für Abdinghof: 15 Schfl. H.
- Für das Domstift: 1 Huhn
- Für die Küsterei in K.B: 1 Schfl. R.
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 12 Gute Groschen.
Das Kolonat war im 18 und 19. Jahrhundert im Besitze der Familie Meyer. Der letzte Inhaber dieses Namens war Pancraz Meyer, langjähriger Ortsvorsteher, der in erster Ehe mit Elisabeth Tölle verheiratet war.
1851 wurde von Prancraz Meyer seine älteste Tochter Anna Margarethe zur Anerbin berufen, die in demselben Jahre Joh. Stephan Bokhoff aus Enhausen heiratete. Auf Stephan Bokhoff folgte sein Sohn Anton. Jetziger Besitzer ist Hermann Bokhoff.
Da das früher Neesemeyersche Haus Nr. 29 Haustätte für Kochshof wurde, sei über Neesemeyer einiges mitgeteilt. Dieses Kolonat war einer der ältesten der Gemeine. Nach dem Meierbrief vom 26.8.1753 war Inhaber Meinolf Müller und Frau Catharina Ewers, Eigenbehörige der Herrn von Imbsen. Neesemeyers Kolonat war ca. 60 Morgen groß. Im Jahre 1816 bestätigt Josef Müller, daß von seinen Vorfahren seit 1753 (!) und von ihm die gutsherrlichen Prästationen an die Obergutsherrn von Imbsen nicht geleistet seien und nach der großen Paderbornischen Meierordnung von 1765 das Neesen-Kolonat freies Eigentum des Gutsherrn geworden sei. Wilhelm Anton von Imbsen überließ seinem bisherigen Kolonen das zur Meierstatt gehörige Haus Nr. 29 nebst Garten gegen eine mäßige Zahlung in Erbpacht. Allein Müller-Neesemeyer konnte auch den kümmerlichen Rest seines väterlichen und vorväterlichen Gutes nicht halten, so daß es zum Verkauf kam.
Dransfeld (Ricke) Nr. 2
Im Jahre 1723 war Besitzer des Kolonates Joh. Hermann Möller gen. Ricke. Er war Eigenbehöriger der Herrn von Brenken, denen er 71 Tlr. 4 Mariengroschen an nicht abgelieferten Heuerfrüchten schuldete. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts war Besitzer Daniel Dransfeld, ebenfalls Eigenbehöriger, der mit Catharina Meyer verheiratet war. Die Größe der von Brenken'schen Hube betrug etwa 40 Morgen.
An Belastungen ruhten hierauf:
- Für von Brenken: 6 Schfl. R, 5 Schfl. G. und 14 Schfl. H. in Paderborner Gemäß; Weinkauf usw. 4 Tlr. 18 Groschen.
- Für von Imbsen: Naturalzugzehnten und 2 Spint und 2 Becher H.
- Für die Pfarrkirche in K.B.: 1 ½ Schfl. und 3 Spint Hafer
- Für das Domstift: 4 Becher Hafer
- Für die Gemeinde: alle 4 Jahre 15 Sgr.
Am 8.2.1817 kauften Daniel Dransfeld und Liborius Becker (Gehlers) von Wilhelm Anton von Imbsen gemeinschaftlich eine Hube von 40 Morgen Bergland, 2 Morgen Wiese "unter dem Junkersberge", 1 Morgen, "Auf der Alme" im Dreierswinkel" und 1 Morge Wiese der "mittlere Kap" genannt. Zum Zwecke des Ankaufs liehen sie von dem Paderborner Universitätshause, dem früheren Jesuitenfonds, 700 Tlr. in Conventionsmünze.
Am 24.1.1839 übertrugen die Eheleute Daniel Dransfeld ihrem Sohn Meinolf das Kolonat; dessen Größe mit ca. 93 ½ Morgen in 90 (!) Parzellen angegeben wird. Die übertragenden Eltern behalten sich vor:
Freier Unterhalt usw., dazu je 1 Morgen G. und R. als "Handpfennig" und wöchentlich ½ Pfd. besten Kaffee. Wenn sie auf Leibzucht ziehen, besteht dieser in freier Wohnung mit Licht und Brand, bei freier Kleidung und Wäsche, je 1 M. R. und G. w, wöchentlich: ½ Pfd. Kaffee und 12 Pfd. "feines, ausgebackenen" Brot, jährlich 20 Schfl. Kartoffeln, 50 Pfd. Salz, 4 Maß Rüböl, 1 fettes Schwein von 200 Pfd., 2 Pfd. Wolle und ½ des Obstes. Die 3 Schwestern des Anerben erhalten beim "Zustandekommen" oder bei Großjährigkeit je 50 Tlr. und Aussteuer; die 2 Brüder desgl. je 60 Tlr., ein Ehrenkleid und je 18 neue Hemden.
Auf Meinolf Dransfeld folgte sein Sohn Josef. Jetziger Besitzer ist Witwer Heinrich Dransfeld.
Drüke (Timmer) Nr. 3
Die frühere kleinere Stelle führte den Hausnamen Timmer und hat in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts mehrmals den Besitzer gewechselt. So finden wir Joh. Meschede, der später auf einem von der Gemeinde Alfen herrührenden Erbpachtgrundstück sich ein Haus baute und eine zugekaufte Hube bewirtschaftete. Nach Joh. Meschede war ein Ewers, dann Grüe Besitzer des stark verschuldeten Köttergutes.
Wilhelm Anton von Imbsen erwarb das Anwesen am 2.4.1824 in der gerichtlichen Zwangsversteigerung, mußte allerdings das Geld hierzu von Ferdinand Nolte in Fürstenberg anleihen. Bei diesem Verkauf wollen wir an die schwierigen damaligen Zeiten denken, von denen im folgenden Abschnitt die Rede sein wird. Das Köttergut bestand auf dem Hause Nr. 3 und einem 97 ½ Ruten großen Hausgarten, 14 ½ Morgen Land und 1 ¼ Morgen Wiese und war eine von Brenken'sche Meierstatt. Die Erben von Imbsen verkauften 1837 das Haus Nr. 3, Nebenhaus und Garten an Franz Drüke, der mit Anna Maria Dransfeld verheiratet war. Die zu den Timmerschen Ackergute gehörenden Ländereien wurden getrennt verkauft.
Auf der früher Timmer'schen Meierstatt ruhten die herkömmlichen Lasten, so für von Brenken: 6 Schfl. R., 4 Schfl. G. und 12 Schfl. H., Weinkauf "in dienender Hand", der Naturalzugzehnte für von Imbsen, für die Gemeinde alle 4 Jahre 2 Tlr. und 1 Tlr. 12 Gute Groschen Weinkauf und für die Pfarrkirche in K.B. 2 ¼ Schfl. R. und 1 Schfl. H. da vorstehende Lasten nicht auf dem gesamten Meiergute, sondern nur auf einzelnen Teilen eingetragen waren, ergaben sich wie anderswo bei der endgültigen Regelung Schwierigkeiten; so protestierte Franz Drüke gegen die Eintragung für die Pfarrei, da er nur Haus und Hof von dem früheren Ackergutes erworben hatte.
Am 12.3.1870 übertrugen die Eheleute Franz Drüke das Gut, dessen Größe mit 30 Morgen 169 Ruten und 35 Quadratfuß angegeben wird, ihrem Sohn Josef unter Abfindung der Geschwister und Sicherung der eigenen Rechte; so behalten sie sich Nießbrauch und Verwaltung vor. Josef Drüke hat auch das Gut Wilhelmsburg von den Herrn von Brenken gepachtet. Durch Nottestament vor dem Vorsteher August Rören, (Zeugen: Lehrer Schopohl und Maurer Josef Halsband) vom 26.10.1906 berief Josef Drüke seine Sohn Heinrich, der jetzt Besitzer ist. Josef Drüke starb 2 Tage nach Errichtung des Nottestamentes am 28.10.1906.
Drüke (Kersting) Nr. 27 (89)
Die Inhaber des Kolonates waren im 17 Jahrhundert Angehörige der Familie Kersting, daher der Hofname. Im Staatsarchiv Münster (Paderborner Kapselarchiv 19 Nr. 22) wird Tönnies (Anton) Kersting neben Klenkenmeyer und Meinolf Saalmann aufgeführt, als Eigenbehöriger der Herrn von Krewet in Verne (ausgestorben 1638) Durch Einheirat kam die Meierstattt an Drüke; wann, muß noch festgestellt werden. Zu Anfang des 18 Jahrhunderts war Joh. Hermann Drüken Meier auf Kerstingshofe, der mit Elisabeth Knaup aus Etteln verheiratet war (Hochzeit in Etteln 12.2.1729). Sein Nachfolger war Barthold (oder auch Bartholomäus geschrieben) Drüke, der mit Maria Elisabeth Wiechers aus Alfen verheiratet war. (Hochzeit zu Alfen am 4.10.1762). Sein ältester Sohn Joh. Josef, getauft 8.6.1764, war Anerbe und Nachfolger als Kolon auf Kerstingshofe. Weitere Söhnen der Eheleute Barthold Drüke waren Joh. Konrad, später nach Dahl verheiratet, Joh. Heinrich, später Generalvikar und Domdechant in Paderborn ( siehe unten Kapitel 14) und Franz Arnold, getauft 13.3.1782 und später verheiratet nach Eggeringhausen; zu letzteren war Franz Arnold von Imbsen, der vorletzte der ausgestorbenen Freiherrn von Imbsen Pate.
Kerstingshof war der Hauptsache nach eigenbehöriges Kolonat der Herren von Imbsen auf Wewer. Dazu kam eine kleine Hube, die den fürstbischöflichen Domänenamt in Neuhaus lehnspflichtig war, und einige Ländereien der Gemeinde Alfen. Die Gesamtgrösse des Kolonates betrug zu Beginn des vorigen Jahrhunderts etwa 80 Morgen.
An Belastungen wurden 1816 zum Grundbuche angemeldet:
- Für von Imbsen: 15 Schfl. R., 30 Schfl. H. Salzkottener Maß, 52 Spanndienste "mit allen Spann", 1 Stück Dienstgarn, 2 Hühner und 40 Eier; ferner Naturalzugzehnt von den bestellten Äckern, Weinkauf, Schreibgelder usw.
- Für das hochfürstliche Domänenamt Neuhaus: 1 ¼ Schfl. Und 2 1/1 Becher G., Weinkauf usw.
- Für die Pfarrkirche in K.B.: 1 ½ Schfl. R.
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 18 Gute Groschen
Zur Zeit der Befreiung des Bauernstandes zu Beginn des vorigen Jahrhunderts hat Kolon Josef Drüke der Besitz bedeutend vergrößert; er hat dabei jedenfalls die Hilfe und Rat seine Bruders Heinrich Drüke gefunden, der damals Domprediger in Paderborn war.
Nachdem Wilhelm Anton von Imbsen 1812 die Wilhelmsburg erbaut und einen Gutsbetrieb dort eingerichtet hatte, ging er daran, die zum Klinkenhofe in Alfen gehörenden Grundstücke nach Möglichkeit günstig zu verkaufen. Während Haus und Hof an Josef Kruse übergingen erwarb Kaufmann Moorss in Paderborn einen Teil der Ländereien, um sie wieder zu verkaufen. Der Ackerboden war ein käufliche Ware geworden! Ebenso kaufte Josef Drüke (Kersting) vom Klinkenhof 3 Morgen Wiese ( die "Junkerswiese") und 10 Morgen Acker das "Drostenstück genannt. Diese 13 Morgen wurden ihm von W. A. von Imbsen gegen 900 Tlr. Berliner Courant und eine jährliche Abgabe (Kanon) von 15 Tlr, Schreibgelder usw. in "Erbmeierstatt" gegeben. Der neue Meier übernimmt ¼ der auf dem Klinkenhofe ruhenden Einquartierungslasten, hat aber bei Aufteilung des Alfer Bruches keinen Anspruch auf Landentschädigung. Zum Erwerb der vorgenannten 13 Morgen lieh Josef Drüke am 14.3.1817 sich von Kaufmann Moorss die notwendigen 900 Tlr.
Josef Drüke war mit Theresia Fleige aus Alfen verheiratet und hatte mit ihr 4 Söhne. Durch Vertrag vor dem Friedensgericht Kirchborchen vom 9.9.1814 berief er seinen Sohn Heinrich zum Anerben, behielt aber Nießbrauch und Verwaltung bei. Die grundbuchliche Eintragung des Heinrich Drüke als Besitzer des Kerstingshofes erfolgte erst 1850, nachdem dieser schon am 21.10.1845 seinem Sohn, der ebenfalls Josef hieß, und mit Gertrud Tölle aus Busch verheiratet war, das Vermögen übertragen hatte. Nach diesem wurde Eigentümer Heinrich Drüke, der mit Bernhardine Meyer vom Kleehof bei Lippspringe verheiratet war. Ihm folgte sein Sohn Josef (+ 31.5.1934) und dann dessen Witwe Theresia geb. Lückehe (+ 9.1.1949).
Die Größe des Grundvermögens wird am 24.8.1841 mit etwas über 135 Morgen in 88(!) Parzellen, während in der Sepraration Alfen-Wewer 1880 ausgewiesen werden: 33,60,04 ha (ca. 133 ½ Morgen) in nur 5 Plänen.
Das frühere von Imbsen'sche Meiergut hatte Hausnummer 27. Im Juli 1900 brannte der Hof ab; Vieh und Inventar wurde gerettet. Der stattliche Neubau wurde westlich vom Dorfe errichtet. (Über Ankauf des früheren Hausplatzes durch Pfarrer Dr. Mertens für kirchliche Zwecke.
Drüke (Brand) Nr. 57
Wie bei dem zuvor behandelten Kerstingshofe, so weist auch die Bezeichnung Brandshof auf die früheren Besitzer dieses Namens hin. Die Meierstatt war domkapitularisch und der Meier mit seiner Ehefrau waren Eigenbehörige des Domstiftes. Ein weiterer Bestandteil dieses Kolonates war eine halbe Hube des freiweltlichen Damenstiftes Geseke.
Nach dem Meierbriefe vom 19.4.1738 haben Wilhem Brand und Meinolf Schlüter (Leinert) die etwa 34 ½ Morgen große Geseker Hube je zur Hälfte in Meierstatt erhalten. Die letzte Bemeierung mit der halben Geseker Hube fand am 24.8.1832 statt durch die Regierung in Arnsberg; der Preußische Staat war durch die Aufhebung des Damenstiftes Rechtsnachfolger geworden; hier wird die Größe der halben Hube mit 17 ½ Morgen in 19(!) verschiedenen Parzellen angegeben.
Wilhelm Brand bewirtschaftete 1739 nicht nur die vorstehend angegebene domkapitularische und Geseker Hube, sondern hatte mit Meinolf Schlüter (Leinert), Heinrich Müller (Buer) und Joh. Hermann Drüke (Pieps) das Klinkengut gepachtet. Nach Beendigung der Pacht schuldete Wilhelm Brand der Familie von Imbsen an rückständiger Pacht 286 Tlr., die er von dem Kaufmann Unkraut in Paderborn anlieh.
An Lasten wurden 1815 bei Anlage des Grundbuches angemeldet:
- Für das Domstift: 12 Schfl. H., und Weinkaufsgelder.
- Für das Stift Geseke: 3 Schfl. R., 4 Schfl. G., 6 Schfl. H., 1 Huhn und 20 Eier nebst Bemeierungsgeldern
- Für die Pfarrkirche in K.B.: 1 ½ Schlf. H.
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 2 Tlr.
Wir kehren zurück zu Wilhelm Brand, der in der ersten Hälfte des 18 Jahrhunderts Meier war. Auf ihn folgte sein Sohn und dann sein Enkel, beide Friedrich geheißen.
Letzterer war in erster Ehe mit Anna Maria Leifels aus Kirchborchen verheiratet; die freigeborene Braut begibt sich wie ihre Ehenachfolgerin in die Eigenbehörigkeit des Domkapitels.
Am 6.11.1793 heiratet Friedrich Brand in zweiter Ehe Anna Margaretha Rören aus Alfen, die in die Ehe einbrachte: 100 Tlr., 1 Kuh, 1 Rind, 1 Bett, 6 Stühle, 1 Haspel, 1 Spinnrad und 1 Koffer.
Aus der ersten Ehe des Friedrich Brand waren 3 Söhne hervorgegangen, von denen der Anerbe Heinrich damals erst 7 Jahre alt war. Auf Drängen der zweiten Frau verzichtete der Vormund für sein Mündel gegen Zahlung von 5 (!) Tlr. auf die Berufung des Anerben Heinrich. Nach 10 Jahren starb Friedrich Brand. Seine Witwe geb. Rören sah sich im Interesse der Kinder und des Gutes zu einer zweiten Ehe genötigt, da der älteste Sohn und Anerbe erst 8 ½ Jahre alt war. Am 14.8.1803 erteilt das Domkapitel seiner eigenbehörigen Ww. Brand die Zustimmung zur Heirat mit Joh. Drüke, Eigenbehöriger des Freiherrn von Brenken, von dem der Bräutigam gegen die übliche Zahlung Freibrief erhielt und Eigenbehöriger des Domkapitels wurde. Am 14.2.11822 trat der Anerbe Friedrich Brand an seinen Stiefvater Joh. Drüke das Kolonat gegen einen Abstand von 5 (!) Tlr. ab. Als Kindesteil erhielt er mit seiner Schwester Elisabeth je 80 Tlr. mit Ehrenkleid und Koffer bzw. Ausstattung.
Joh. Drüke war durch Einheirat auf Brandshof gekommen; aus der Ehe gingen 2 Söhnen und eine Tochter hervor. Nach dem Tode seiner Frau Anna Margaretha, verwitwete Brand, geb. Rören, heiratete Joh. Drüke in zweiter Ehe die Ww. Margaretha Nillies geb. Rüther aus Steinhausen, die in die Ehe 130 Tlr. und Aussteuer mitbrachte. Aus dem aus Anlaß dieser Eheschließung am 7.7.1812 aufgestellten Inventar sei folgendes mitgeteilt:
Es sind vorhanden: 4 Pferde und 1 Fohlen (abgeschätzt zu dem hohen Preise von 184 Tlr.) 4 Kühe, 1 Rind (8 Tlr.), 1 Ochse von einem Jahre (5 Tlr.), 1 Kalb, ¼ Jahr alt (2 ½ Tlr.), 3 Schweine a 3 Tlr. – Mit dem Hofe war Branntweinbrennerei verbunden. Ein reiches Inventar an kupfernen und zinneren Geschirr findet sich vor. – Die Größe des Ackerlandes beträgt 70 Morgen; dann sind bestellt 16 M. mit R., 6 M. mit W., 13 M. mit G., 8 M. mit H., 10 M. mit Rauhfutter und 1 M. mit Erbsen.
Joh. Drüke hat als guter Landwirt auf Brandshofs geschafft und den Grundbesitz durch Ankauf von 23. M. von Wilhelm Anton von Imbsen vergrößert, und zwar 11 ½ M. freies Land und 11 ½ Morgen in "Erbmeierstatt".
Am 26.1.1854 übertrug Ww. Margaretha Drüke geb. Nillies ihrem Sohn Heinrich Drüke das Gut, behält sich aber Oberaufsicht und Verwaltung vor. Die zwei Brüder und drei Schwestern des Anerben erhalten je 300 Tlr. und beste Aussteuer. – Am 5.12.1867 kauft Heinrich Drüke von den Erben Nicolaus Beckmann in N.Tudorf 2 ½ Morgen für 177 Tlr. 10 Sgr, am 12.8.1853 bescheinigt Amtmann Dürel – Nordborchen die Größe des Grundbesitzes mit nahe 122 Morgen.
Auf Heinrich Drüke folgte sein Sohn Johannes. Jetziger Besitzer ist Johannes Drüke.
Erhardt (Meilschen) Nr. 39
Der Meilschenhof gehört mit zu den ältesten und bedeutendsten Höfen. Sein Hauptbestand war eine domkapitularische Meierstatt von ca. 115 Morgen; letzter Meierbrief des Domstiftes war vom 26.7.1809. Dazu kamen 14 ½ Morgen aus einer früheren Hube des fürstbischöflichen Domänenamtes Neuhaus, 1 1/3 Morgen Dorfland und Anteil aus angekauften Ländereien des früheren Hollmeyerschen Meiergutes. Im Jahre 1806 war Hollmeyers Gut - letzte Besitzerin war Ww. Schlüter - von sechs Alfener Kolonen, darunter auch Augustin Rören vom Meilschenhof aufgekauft und verteilt. Die Erwerber trugen gemeinschaftlich die an von Imbsen zu leistende Heuer.
Mit dem Meilschenhof war bis 1821 eine Abdinghofer Hube von 18 Morgen verbunden, für die jährlich 30 Schfl. Hafer zu leisten waren. Der damalige Besitzer Josef Rören trat diese Abdinghofer Hube an Joh. Meschede, Meinolf Hillebrandt und Pancraz Meyer ohne Kaufpreis ab; die Erwerber mussten allerdings alle Abgaben übernehmen. Wie niedrig wurde das Ackerland gewertet und wie schwer muss damals die Lage der Landwirtschaft gewesen sein!
An Belastungen wurden 1816 zum Grundbuch angemeldet:
- Für das Domstift: 1 ½ Schfl. W., 4 ½ Schfl. R., 18 Schfl H; Weinkauf bei Besitzveränderung "in dienender Hand"; ferner von den hinzugekauften Parzellen: 1 ½ Schfl. R., 4 Schfl. H. und 2 Hühner.
- Für das fürstliche Domänenamt Neuhaus: je 3 ¾ Schfl. Und ¾ Becher G. und H., jährlich 1 Tlr. Hofgeld, Weinkauf usw.
- Für von Imbsen:: 5 ½ Schfl. H., 2 Hühner, 2 Schilling Hofgeld und der Naturalzugzehnt von allen bestellten Äckern.
- An die Pfarrkirche in K.B: 2 Schfl. R. und 1 Schfl. H.
- An die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 18 Gute Groschen.
Ende des 18. Jahrhunderts war Kolon auf dem Meilschenhofe Konrad Rören, der durch Vertrag vom 3.9.1781 die Meierstatt seinem Sohn Augustin übertrug. Am 3.9.1826 wurde Josef Rören Besitzer, der dann durch Vertrag vom 18.8.1848 den Hof seinem Sohn Johann übertrug. Dann folgte August Rören, langjähriger Ortsvorsteher und wohl verdient um Neubau der Kirche und Vikarie, dessen Ehe kinderlos blieb. 1919 wurde Heinrich Erhardt durch Heirat mit Karoline Wessel, einer Verwandten der Familie Rören, Besitzer des Meilschenhofes.
Am 10.12.1835 wird vom Amte die Größe des Hofes mit nahezu 145 Morgen in 118(!) Parzellen angegeben.
Fischer (Reumer) Nr. 44
Die Größe der Meierstatt wird am 18.10.1839 vom Amte mit nahezu 22 Morgen angegeben. Trotz seiner geringen Bodenfläche bestand das Anwesen aus mehreren kleineren Huben. Am 13.9.1841 werden als Bestandteile angegeben: eine domstiftische und von Brenken'sche Hube und einige Gemeindeländer.
Als Belastungen waren eingetragen:
- Für das Domstift: je 8 Schfl. Und 2 Becher G. und H., Weinkaufsgelder bei neuer Bemeierung "in dienender Hand".
- Für von Brenken: 2 Hühner und 40 Eier und Bemeierungsgelder
- Für von Imbsen: der Naturalzugzehnt von den bestellten Äckern
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 11 Sgr. 3 Pfg.
Bei den ersten Anfängen des Grundbuches 1816 erscheint als Inhaber: Bories (Liborius) Fischer, genannt Reumersjohann, dann sein Sohn Meinolf Fischer. Letzterer überträgt den Besitz am 17.10.1846 seinem gleichnamigen Sohn Meinolf, der mit Anna Maria Leniger verlobt ist. Die Braut bringt in die Ehe mit: 150 Tlr. in Gold, eine respektable Summe, und eine Aussteuer im Werte von 70 Tlr.
Die Schwester des Anerben Meinolf Fischer, der unverehelichten Catharina Fischer werden im Vertrage von 1846 als Kindesteil ausgesetzt:
100 Tlr. in bar und nachstehende Aussteuer: 1 tragende Kuh, die noch keine 8 Jahre alt ist, 1 Bett mit 18 Pfd. Gänsefedern und 2 Kissen, mit Laken und 2 Überzügen, 1 Bettspann, 1 Spinnrad und Haspel, 4 Stühle, 1 neuer Kleiderschrank, 20 neue Hemden, 1 Ehrenkleid, 2 Paar neue Schuhe, der Schrank der Mutter und das Leinewebergestell.
Meinolf Fischer, Senior, kaufte 1835 mit Schmied Josef Becker Ländereien des zahlungsunfähigen Gutsbesitzers und Branntweinbrenners Wilhelm Schwarze in Nordborchen. Meinolf Fischer junior kaufte 1851 einige Äcker des bisherigen Unterhauses in Nordborchen (siehe Geschichte von N.Borchen S. 55 und S. 172). Ein weiterer Landankauf "über die Alme" erfolgte durch Friedrich Fischer am 13.8.1891 von Stellmacher Fr. W. Beckmann in Alfen. Am 29.3.1899 wurde der Besitz als Westfälisches Anerbgut eingetragen. Jetziger Besitzer ist August Fischer.
Gerdiken (Kowangen) Nr. 13
Die Familie Gerdiken ist eine der ältesten Familien der Gemeinde. Wie Gerdiken in Besitz des Kolonates Kowangen gekommen sind, wahrscheinlich durch Einheirat, ist noch nicht klargestellt.
Heinrich Gerdiken schenkte der Kapelle in Alfen das heute noch vorhandene schöne grüne Meßgewand i. J. 1646, also am Ende des 30-jährigen Krieges. Anton Gerdiken und Anna Maria Rissen haben lt. Torüberschrift das stattliche Bauernhaus i. J. 1707 errichten lassen.
Das Kolonat bestand aus drei kleineren Huben, und zwar aus einer von Brenken'schen Hube von 14 ¾ M., aus einer Domstiftischen Hube mit Haus und Wirtschaftsgebäuden und aus einer vom fürstbischöflichen Domänenamt Neuhaus abhängigen Hube. Der Meier war mit Frau den von Brenken eigenbehörig.
An jährlichen Lasten waren eingetragen:
- Für von Brenken: 6 Schfl. R., 4 Schfl. G., 12 Schfl. H. 4 ½ Tlr. Dienstgeld, Bemeierungsgelder bei Antritt eines neuen Meiers
- Für von Imbsen: Naturalzugzehnt von den bestellten Äckern.
- Für das Domkapitel: 2 ¼ Schfl. R., 4 ½ Schfl. H., Weinkauf.
- Für das Domänenamt: je 6 Schfl. 3 Spint, 3 ½ Becher Gerste und Hafer, Weinkauf usw.
- Für die Pfarrkirche in K.B.: 3 Spint R und 2 Spint H.
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 1 Tlr. für 1 Morgen am "Lindenwege".
Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts war Liborius Gerdiken auf dem Kolonat, der 1818 seinem Sohn Joh. Heinrich, verheiratet mit Angela Tölle aus Busch, den Besitz übertrug. Nach dem Tode ihrer Ehemannes schritt die Witwe zur Ehe 1830 mit Bartholomäus Pasel. Im Vertrage vom 3.2.1830 wird das Recht des Vorkindes Joh. Bernard auf Übernahme des Kolonates zugesichert. Dem Anerben sollen u.a. für die Militärzeit 10 Tlr. und 12 neue Hemde vom Hofe geliefert werden. Joh. Bernard soll nach zurückgelegten 30. Lebensjahr wählen können zwischen Gutsübernahme oder einer Abfindung von 500 Tlr.
Aus dem am 3.2.1830 bei dem Schichtungsvertrag aufgenommenen Inventar sei der Viehbestand hier mitgeteilt:
1 zwölfjähriger brauner Wallach (16 Tlr.), 1 zehnjähriger schwarzer Wallach (19 Tlr.), 1 sechsjährige braune Stute (16 Tlr.), 3 Kühe (zus. 29 Tlr.), 2 Rinder (10 Tlr.), 24 Schafe (je 1 Tlr. 17 Sgr.), 1 Sau (7 Tlr.), 3 Schötter (je 2 Tlr.).
Bei Abschluss dieses Vertrages vom 3.2.1830 waren aus dem vorhergehenden Übertragsvertrag vom 24.8.1818 noch Kindesteilschulden vorhanden, für deren Abtragung der neue Meier auf Kowangenhofe Barthol. Pael (Karsmeyer) bestens sorgte. Er wurde am 28.10.1830 vom Freiherrn von Brenken mit der oben erwähnten von Brenken'schen Hube bemeiert. Aus seiner Ehe mit der Witwe des Vorgängers gingen 6 Kinder hervor.
Am 24.2.1853 übernahm Joh. Bernard das Gut, das nach Bescheinigung des Amtmannes vom 30.8.1841 rund 76 1/3 Morgen groß war. Aus dem Übertragsvertrag von Barthol. Pasel auf seinen Stiefsohn Joh. Bernard Gerdiken sei aus dem Inventar einiges mitgeteilt:
Reiches Kupfer- und Zinngeschirr, ferner an Stoffen u.a. 80 Paderborner Ellen feines Tischtuchleinen, 100 Ellen feines Tuchleinen, 4 mit Gold verbrämte und 1 schwarzseidende Frauenmützen.
Der Viehbestand weist auf: 4 Pferd (105 Tlr.), 4 Kühe (66 Tlr.), 2 Rinder (16 Tlr.), 5 Schweine (39 Tlr. 10 Sgr.), 34 Schafe a` 2 Tlr, 2 Gänse (1 Tlr.), 13 Hühner und 1 Hahn (1 Tlr. 10 Sgr.)
Aus der Ehe des Joh. Bernard Gerdiken mit Anna Brand gingen 6 Kinder hervor, von denen Josef am 13.9.1889 vom Vater zur Gutsübernahme bestimmt wurde. Die Größe des Grundbesitzes wird 1889 mit 18,49,76 ha – rund 74 Morgen – angegeben. Jetziger Besitzer ist Bernard Gerdiken.
Hansmeyer (Göllner) Nr. 40
Das Kolonat war in früheren Zeiten eines der größeren Meiergüter in Alfen,; seine Größe betrug neben Haus und Hof 114 Morgen Ackerland, 5 Morgen Wiese und 3 Morgen 1 ½ Gart an Garten.
Das Göllnersche Gut bestand aus einer von Imbsen'schen und einer Domstiftischen Meierstatt. Die üblichen Belastungen an jährlichen Heuerfrüchten waren, an anderen Meiergütern gemessen, nicht allzu hoch. Zu diesen jährlichen Prästationen kam noch der Naturalzugzehnt von allen bestellten Äckern für die Herrn von Imbsen. Der Meier musste jährlich für den Pfarrer in K.B. einen Morgen pflügen; auf Kirchweih hatte er zu zahlen 3 Sgr. 4 Pfg. und auf Peter und Paul 1 Brot und 14 Eier zu liefern.
Friedrich Müller, der das Kolonat von seinem Vater Martin erhalten hatte, sich 1816 gezwungen, "wegen der aufgeschwollenen gutsherrlichen Lasten" die ohnedies verschuldete Meierstatt an Wilhelm Anton von Imbsen gegen Übernahme sämtlicher Schulden abzutreten. Er erhielt indessen von dem Erwerber sofort Haus und Garten gegen eine jährliche Abgabe in Erbpacht; am 11.12.1829 erhielt er von den Ländereien des früheren Göllnerhofes weitere 30 Morgen, die mit Haus, Hof und Garten eine von Imbsen'sche Meierstatt bildeten.
Friedrich Müller, verheiratet mit Anna Margaretha Happe, hatte 3 Kinder, darunter Joh. Josef Müller, der später zum Militär ging und durch 12-jährige Dienstzeit den sog. "Zivilversorgungsschein" erwarb; er ist der Großvater des jetzigen evangelischen Reichsbischofs Müller. (Für den Joh. Josef Müller war ein Kindesteil von 10 Tlr. ausgesetzt; für die Sicherstellung dieses an sich geringen Kindesteils durch grundbuchliche Eintragung haben Stadt- und Landgericht, sowie das Oberlandesgericht Paderborn sich jahrelang bemüht.)
Der nachfolgende Besitzer war Friedrich Müller, Sohn des Vorhergehenden; er war mit Gertrud Fleige verheiratet. Seine Tochter Karoline heiratete 1841 Konrad Hansmeyer aus Etteln. Bei der Schichtung wird die Größe des Kolonates mit nahezu 40 Morgen angegeben mit einem Taxwert von 1280 Tlr., während Gebäude und Inventar mit 322 ½ Tlr. abgeschätzt sind.
Am 15.10.1879 übertrug Ww. Hansmeyer geb. Müller ihrem Sohn Josef das Ackergut. Jetziger Besitzer ist Konrad Hansmeyer
Lüke (Knaup) Nr.16
Das Kolonat bestand der Hauptsache aus einer größeren Hube der Pfarrkirche in Kirchborchen, deren Größe an Ackerland, Wiesen und Gärten mit rund 53 Morgen angegeben wird, und einer kleineren Hube, die den von Imbsen meierstättisch war; letztere umfaßte nur das Haus Nr. 16 mit zugehörigem Garten.
Der Kolonatsinhaber hatte an jährlichen Lasten zu tragen:
- An die Pfarrkirche in K.B.: 28 Schfl. H. An Weinkaufsgeldern waren bei Antritt eines neuen Meiers 1 Tlr. und 14 Gute Groschen zu zahlen. Außerdem waren an die Kirchenkasse jährlich 7 Tlr. zu entrichten, sodann dem Pfarrer 6 Schfl. H. und dem Küster 3 Schfl. H. zu liefern.
- An die von Imbsen: 1 ½ Schfl. H. von einigen Äckern, ferner von Haus und Hof 15 Mariengroschen 1 Pfg., 3 Hühner und 60 Hier. Der Herr von Imbsen hatte ferner den Naturalzugzehnt von allen Ländereien
- Die Gemeinde Alfen erhielt alle 4 Jahre 12 Gute Groschen und Weinkauf beim Antritt eines neuen Meiers.
Als Kolon erscheint Ende des 18. Jahrhunderts Wilhelm Plöger, der am 4.5.1775 vom Pfarrer zu K.B., dem Benediktiner Paulus Fockel aus kirchlichen Fonds 78 Tlr. und 56 Gute Groschen anleiht; für damalige Zeit eine ziemlich bedeutende Schuldsumme. Hermann Meschede heiratete am 1.2.1778 Maria Anna Plöger und wurde Kolon auf Knaups Hofe. Die Eheleute Meschede übergaben 1804 das Kolonat ihrer 22 Jahre alten Tochter Gertrud, die mit dem 12 Jahre älteren Franz Lüke aus Neuhaus verlobt war; nähere Bedingungen über Leibzucht und Abfindung sind nicht vorhanden. Am 5.2.1804 erfolgte die Trauung durch Pfarrer Josephus Schulte, Exbenediktiner vom Abdinghof. Hermann Meschede starb am 29.4.1807 und sein Schwiegersohn Franz Lüke starb am 24.7.1819. Seine Witwe übertrug am 28.5.1850 ihrem Sohn Hermann, der mit Gertrud Thiele verheiratet war, das Kolonat unter nachstehenden Bedingungen:
Der Sohn übernimmt alle Schulden und sichert seiner Mutter freie Wohnung, Beköstigung und Verpflegung zu. Der Bruder Johann bleibt vorläufig als Knecht auf dem Hofe, erhält dafür Wohnung, Beköstigung, Werktagskleidung und freie Benutzung von 3 ½ Morgen Land; als Kindesteil werden ihm 150 Tlr., zahlbar in Raten, zugesichert. Die Schwester Elisabeth bleibt vorläufig gegen Entschädigung als Magd zuhause. Als Kindesteil erhält sie beim "Zustandekommen" oder bei Großjährigkeit: 100 Tlr. und Brautwagen mit 1 Tisch, 4 Stühlen, Bett mit Bettspann, 1 Haspel, 1 Spinnrad und 1 Kuh. Die Schwester Maria Anna Lüke, verheiratet mit Schneider Thiele, war zum größten Teil abgefunden und erhält noch freien Nießbrauch einiger Parzellen.
Hermann Lüke starb am 16.8.1869. Sein Nachfolger war Johannes Lüke. Jetziger Besitzer ist Hermann Josef Lüke.
Am 5...9.1841 bescheinigte der Ortsbeamte (Ortsbürgermeister) Dransfeld die Größe des Kolonates mit 60 M. 172 R. und 25 Quadratfuß.
Meier (Kellerwirth) Nr. 55
Das ursprünglich aus grundherrlicher Zeit stammende Vermögen war klein und bescheiden. Es bestand aus Haus, 2 Gärten und etwa 3 ¾ Morgen Ackerland. Am 13.9.1841 wird vom Amte Neuhaus die Größe mit 3 M. 128 R. und 95 Quadratfuß angegeben. Die kleine Hube war domkapitularische Meierstatt.
Als Belastungen waren 1816 zum Grundbuch angemeldet:
- Für das Domstift: alljährlich 2 Hühner, 40 Eier und 4 Becher Sandhafer; außerdem eine jährliche Zahlung von 2 Guten Groschen 3 Pfg., Weinkaufs- und Schreibgelder bei Antritt eines neuen Besitzers.
- Für von Imbsen: Naturalzugzehnt von den bestellten Äckern.
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 1 Tlr. für ein Gemeindegrundstück.
Das Grundvermögen wurde durch Ankauf vergrößert:
- 1851: 1 ¾ M. von Josef Kruse (Klinkenhöfer) für 223 Tlr.
- 1862: 6 ½ M. von den Juden Carl Rothschildt und Felix Paderstein in Paderborn für 679 Tlr. 5 Sgr. 6 Pfg.
- 1872: drei weitere Grundstücke von Kreisgerichtssekretär Vahrenkamp in Paderborn für 1048,12Mark.
Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts war Inhaber Anton Seuning, dem sein Sohn, der Schumacher Friedrich Seuning, folgte, dieser war verheiratet mit Elisabeth Volmary. Durch Schichtungsverhandlung vom 5.5.1855 wurde der Schäfer Josef Seuning Besitzer, der mit Caroline Droll verheiratet war. Durch Einheirat wurde der Schäfer Christoph Lösche aus Enkhausen Besitzer von Kellerwirths. Die Ehe blieb kinderlos. Durch letztwillige Verfügung der Elisabeth Seuning und weiteren gütlichen Vergleich kam der Hof 1932 an Bernhard Meier.
Meyer (Lehnert) Nr. 4
Der Hausname kommt wahrscheinlich von einem früheren Meier, der den Namen Leonhard als Vor- oder Schreibnamen führte. Beim Lehnerts- oder Leinertshofe ist nachweisbar, daß das Meiergut aus 4 verschiedenen Huben bestand
Zum Kolonat gehörten:
- eine von Brenken'schen Hube, welche die größte war. Sie bestand aus Haus, Scheune und etwa 90 Morgen Ackerland, Wiesen und Gärten; diese Hube wird als Vollmeiergut bezeichnet. Der Meier war Eigenbehöriger des Obergutsherrn von Brenken
- eine Geseker Hube, deren Größe nach dem letzten Meierbrief von 1829 ca. 18 ½ Morgen in 22 (!) Parzellen betrug.
- eine domstiftische aus Roggenkamps-Hube von 18 Morgen. (diese Hube war nach den Aufzeichnungen des Pfarrers P. Bonifatius Ernesti 1673 schon aufgeteilt.)
- eine Abdinghofer oder Schoren-Hube von 20 Morgen. (Über Schoren-Hube konnte bis jetzt nichts festgestellt werden.)
Vom Amtsmann in Neuhaus, wo damals das Amt war, wird am 7.12.1837 die Größe des Lehnertshofes mit 159 M 85 R und 79 Quadratfuß angegeben.
Als Belastungen wurde 1816 von den Berechtigten zum Grundbuche angemeldet:
- Für von Brenken: 9 Schfl. R., 12 Schfl. H., Weinkaufs- und Schreibgelder beim Antritt eines neuen Meiers.
- Für das Damenstift Geseke: 3 Schfl. R., 4 Schfl. G., 6 Schfl. H., 1 Huhn und 20 Eier; an Hofgeld 8 Gute Groschen; Weinkaufsgelder usw.
- Für das Domstift: 4 ½ Schfl. R., Weinkauf usw.
- Für Abdinghof: 15 Schfl. R., Weinkauf und Schreibgelder für die Ausstellung des neuen Meierbriefes.
- Für die Pfarrkirche in K.B.: 1 ½ Schfl. R. und 1 Schfl. H.
- Für die Pfarrkirche in Wewer: je 1 Schfl R. u. H.
- Für die von Imbsen: Naturalzugzehnt von den bestellten Äckern
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 1 Tlr. und Weinkauf.
Der Lehnsbrief war im 18. Jahrhundert in Benutzung der Familie Schlüter. Wie bereits oben bei Drüke (Brand Nr. 57) mitgeteilt ist, war Meinolf Schlüter auf Lehnertshofs, der mit Wilhelm Brand 1738 die Geseker Hube sich teilte und 1739 Mitpächter des Klinkenhofes war.
Der letzte Kolon namens Schlüter auf Lehnertshofe war Caspar Schlüter, dem durch Einheirat Caspar Meyer folgte und dann dessen Sohn Aloys Meyer von 1818 an. Wegen großer finanzieller Schwierigkeiten, wir erinnern an die damalige betrübte Zeit, ließ Caspar Meyer von 1816 – 1823 das Meiergut durch Prokurator Stridder administrieren. Der Fehlbetrag aus dieser Verwaltung betrug 140 Tlr. 5 Sgr., die als Hypothek für Stridder eingetragen wurden. Bis 1823 waren ferner für von Brenken die Heuergefälle rückständig, deren Wert auf 150 Tlr. ermäßigt und ebenfalls im Grundbuch eingetragen wurden. Die finanziellen Schwierigkeiten auf Lehnertshofs gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts in den damaligen Betrübten Zeiten zeigen sich in den Anleihen bei den Juden Abraham und Salomon Hesse in N.Tudorf und bei anderen Juden. Gutsnachfolger auf Lehnertshofs war Johann Meyer, der mit einer Tochter des Gutsbesitzers Carl Menke vom Meierhofe in N-Borchen verheiratet war. Ihm folgte Caspar Meyer, gestorben am 12.12.1939, und jetzt dessen Witwe.
Nillies (Lüke) Nr. 7.
Der Hofname kommt von einem früheren Besitze namens Lüke her. Nach dem Protokollbuch des Paderborner Offizialgerichtes vom 23.4.1694 bekennt Diederich (Theodor) Lüken zu Alfen vor dem Domkantor Schledder zu Paderborn ein Darlehn von 170 Tlr. 22 Grs. 2 Pfg. in Konventionsmünze erhalten zu haben und verpfändet dafür eine Wiese und 4 Morgen Landes. Durch Einheirat wurde Hermann Brand Besitzer, dann dessen Sohn Josef und darauf sein Enkel Meinolf, dessen Witwe 1816 Besitzerin des Kolonates war.
Der Lükenhof war zur Hauptsache eine von Brenken'sche Hube von etwas über 82 Morgen; einige Grundstücke waren der fürstbischöflichen Domänenkammer in Neuhaus, den Herrn von Imbsen, der Pfarrkirche in K.B. und der Gemeinde Alfen meierstättisch.
An Belastungen wurden 1816 gegen den Besitzer angemeldet:
- Für von Brenken: 10 Schfl. R., 14 Schfl. G. 28 Schfl. H. und 8 Tlr. Hof- und Dienstgeld (für früheren Spanndienste), sowie Weinkaufsgelder usw. bei Veränderungen "in dienender Hand".
- Für das Domänenamt Neuhaus: 3 ¾ Schfl. G., 4 ¾ Schfl. H in Paderborner Gemäß und 2 Hühner
- Für von Imbsen: 5 Schfl. H. von bestimmten Äckern und Wiesen, sowie Naturalzugzehnt von den bestellten Grundstücken.
- Für die Pfarrkirche in K.B.: 3 ¼ Schfl. und 1 Schfl. H. von der Hausstätte
- Für das Domstift: 1 Schfl. H.
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 1 Tlr., 18 Gute Groschen und Weinkauf.
Von 1805 – 1823 hat Prokurator Jos. Stridder, Paderborn, wie bei anderen Kolonaten die Verwaltung geführt, die wie anderswo ,mit einen Vorschuss für ihn abschloss, und zwar mit 220 Tlr., die für ihn eingetragen wurden. Bis 1823 waren für Freiherrn Josef von Brenken, der auf Holthausen wohnte, an nicht abgelieferten Heuerfrüchten, in Geld umgerechnet, rückständig 314 Tlr. 16 Grs. und 8 Pfg., die auf 300 Tlr ermäßigt und ebenfalls eingetragen wurden.
Franz Josef von Brenken erwarb durch Cession (Abtretung) von dem Prokurator Stridder, der damals für die Alfener vielfach Darlehensgeber war, nachstehende Hypothekenkapitalien:
- Von Liborius Becker (Gehlers): 113 Tlr., 13 Sgr. , 8 Pfg.
- Von Aloys Meyer (Lehnert): 140 Tlr., 5 Sgr., 1 Pfg.
- Von Joh. Becker (Lütken): 600 Tlr.
- Von Heinrich Nillies (Lüken): 200 Tlr.
- Von Daniel Dransfeld: 65 Tlr.
1822 hat Heinrich Nillies aus Steinhausen durch Heirat mit Angela Brand das Gut erhalten, dessen Größe am 16.9.1841 mit 120 M. 42 R und 79 Quardatfuß in 91 Parzellen angegeben wird. Sein Nachfolger war Johann Nillies. Jetziger Besitzer ist Hermann Nillies.
Nillies (Gelhen) Nr. 35
Gegen Ende der fürstbischöflichen Zeit (1802) war Liborius Becker, der mit Theresia Dransfeld verheiratet war, Besitzer der kleinen Meierstatt. Wie wir in Kapitel 10 dieser Heimatzeitschrift zeigen werden, war die Lage des Bauernstandes damals kein gute. Mehrere Alfener Meiergüter konnten sich nicht halten und kamen zur Aufteilung. Der tatkräftige Liborius Becker, beteiligte sich erfolgreich bei den Ankäufen. Es ist deshalb etwas schwierig, die Entwicklung und weitere Belastung des ursprünglichen Kolonates darzustellen, die hinzuerworbenen Ländereien waren mit verschiedenartigen gutsherrlichen Abgaben belastet.
Das ursprüngliche kleinere Gehlengut bestand aus Haus, Schafsstall, Garten und etwa 20 Morgen Ackerland und war fürstbischöfliche Meierstatt, unterstand also dem Domänenamt in Neuhaus. Die darauf ruhende Belastung scheint folgende gewesen zu sein:
- Für das fürstbischöfliche Domänenamt: je 7 ¾ Schfl. G. u. H., Weinkauf usw.
- Für von Imbsen: der Naturalzugzehnt von den bestellten Äckern.
- Für Pfarrer u. Küster: 1 ¼ Schfl. bzw. 2 Schfl. R.
- Für die Gemeinde Alfen: der alle 4 Jahre zu zahlende Kanon
Am 26.3.1808 bescheinigt Liborius Becker, das er die Rükensche Besitzung in Alfen gekauft habe. Gegen Ende desselben Jahres beteiligte er sich bei der Aufteilung des mehrfach genannten Hollmeyerschen Kolonates mit Hermann Becker, Augustin Rören, Bernard Drüke, Bernard Rören und Konrad Lüke. Ferner kaufte er das Lünengut zur Größe von 30 Morgen, das wie das eigene Kolonat dem Domänenamt Neuhaus meierpflichtig war. Ferner eine zum Stift Busdorf gehörige Hube von 33 Morgen eine ein domstiftische Hube von 14 Morgen. Die erworbenen Länder wurden zum Teil wieder verkauft oder umgetauscht. Durch die Bauernbefreiung war eben der Ackerboden mobilisierte und käufliche Ware geworden.
Liborius Becker ist der erfolgreiche Vermehrer und gleichsam der zweite Gründer des heutigen Gehlenhofes geworden. Er starb am 3.8.1835. Seine Witwe berief am 4.5.1839 ihren Sohn Joh. Hermann zum Anerben. Bei diesem Gutsübertrag wird die Größe des Hofes mit etwas über 135 M. angegeben. Heinrich Nillies vom Lükenhof kam durch Heirat mit Maria Becker um 1890 in den Besitz des Gehlenhofes. Jetziger Besitzer ist Johannes Nillies.
Rochel (Ewersmeyer) Nr. 38 jetzt Nr. 14
Die meierstättischen Verhältnisse sind bei diesem Hofe übersichtlich. Das Kolonat war vom Domkapitel abhängig und bestand aus Haus Nr. 38, Stall und Hausgarten, sowie 68 Morgen Acker, Gärten und Wiesen. Die Äcker waren in 68(!) verschiedenen Parzellen zersplittert. Einen weiteren Bestandteil des Hofes bildete die kleinere sog. Fiskalische Hube des fürstbischöflichen Domänenamtes in Neuhaus. Hinzu kamen noch 1 Morgen Erbpachtland der Gemeinde und 3 Morgen von der Pfarrkirche in K.B.
An Belastungen sind nachweisbar:
- Für das Domstift: 3 Schfl. W., 18 Schfl. H., 2 Hühner und 8 Becker H. von Haus u. Hof, Weinkaufsgelder usw. beim Antritt eines neuen Meiers.
- Für das Domänenamt Neuhaus: je 5 Schfl. 1 Spint 3 Becher G. u. H. im 2. u. 3. Jahre 1 Schfl. H.
- Für die Pfarrkirche in K.B.: im ersten Jahre 1 Schfl. R., im 2 u. 3. Jahre 1 Schfl. H.
- Für die von Imbsen: 1 Schfl. 1 Spint 2 Becher H., ferner von 2 Wiesen 3 Becher H. u. 5 Sgr., sowie der Naturalzugzehnt von den Äckern mit Ausnahme der Wiesen, Gärten und der domstiftischen Hube.
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 18 Gute Groschen
Als Inhaber des Kolonates erscheint 1816 Hermann Happe, nach dessen Tode seine Witwe, die am 9.11.1833 ihrem Schwiegersohn Heinrich Rülle aus Verne den Besitz übertrug. Bereits am 16.12.35 starb der junge Inhaber; aus der Ehe waren 2 Töchter hervorgegangen. Am 21.4.1837 hielt Ww. Rülle mit ihren Töchtern Schichtung und heiratete in 2. Ehe Wilhelm Welle aus Upsprunge.
Nach der Schichtsverhandlung erhalten die Vorkinder der Ww. Rülle je 180 Tlr., 1 Kuh, 1 Bett u. 1 Koffer. – An "Bestalien" sind vorhanden: 2 Pferde (80 Tlr.), 2 Kühe (21 Tlr.) 2 Rinder und 1 Kalb (9 Tlr. 25 Sgr.), 1 Sau und 3 Ferkel (10 ½ Tlr.) 1 Hahn und 13 Hühner (1 Tlr. 25 Sgr.) 1 Ziege und 1 Schaf mit Lamm (3 Tlr 5 Sgr.). – Kleinere Schulden sind bei Salzkottener Juden aufgenommen. Die Größe des Kolonates beträgt nahe 77 Morgen.
Am 20.12.1868 übertragen die Eheleute Wilhelm Welle und Anna Maria, verwitwete Rülle, geb. Happe der Franziska Rülle (aus der ersten Ehe der Mutter) das Vermögen, die am 9.2.1869 Anton Rochell aus O-Tudorf heiratete. Ihm folgte als Hofbesitzer sein Sohn Wilhelm. Jetziger Besitzer ist Konrad Rochell.
Schulte (Görsmeyer) Nr. 14.
Das Kolonat, eines der älteren und größeren in Alfen, bestand aus einer größeren domstiftischen Hube von 96 Morgen mit Haus, Hof und Gärten, einer kleineren fürstbischöflichen Hube von 9 Morgen und einigen meierstättischen Grundstücken der Herren von Imbsen und etwas Gemeindeland.
An Belastungen wurden 1816 angemeldet:
- Für das Domstift: 6 Schfl. R., 8 Schfl. G. u. 24 Schfl. 8 Becher H. nebst Weinkaufsgelder bei Neubemeierung.
- Für das Domänenamt Neuhaus: 4 ¼ u. 1 ¾ Becher G., 4 ¼ u. ¾ Becher H.
- Für von Imbsen: 3 Schlf. H. u. 1 Huhn; Naturalzugzehnt von den bestellten Ländereien.
- Für die Pfarrkirche in K.B.: je 1 Schfl. r. u. H.
- Für die Gemeinde Alfen: alle 4 Jahre 1 Tlr.
Nach Bescheinigung des Amtmanns in Neuhaus vom 18.10.1838 betrug die Größe des Gesamtkolonates: 114 M. 122 R und 80 Quadratfuß.
Als Meier erscheint Ende der fürstbischöflichen Zeit Franz Fleige. Aus dem Grundbuch ergibt sich, daß schon Ende des 18. Jahrhunderts eine Reihe von kleineren Schuldkapitalien besonders aus kirchlichen Fonds in Paderborn aufgenommen waren. Bei dem großen Notstand der bäuerlichen Bevölkerung nach den Freiheitskriegen wurden weitere Schulden bei Privatleuten aufgenommen. Der erste jüdischen Darlehensgeber ist Isac Ranssohoff aus Paderborn mit 200 Tlr. – Zur Abtragung der vielen und unübersichtlichen Schulden wurde bei der neu gegründeten Kreissparkasse Paderborn eine Hypothek von 2000 Tlr. aufgenommen.
Auf Franz Fleige folgte sein Sohn Meinolf, dessen Witwe durch Vertrag vom 10.2.1829 ihren Sohn Johann Anerben berief, der mit Gertrud Köhne verheiratet war. Dessen Tochter Elisabeth Fleige heiratete 1852 Karl Lückehe aus Kirchborchen. Josef Schulte aus Garfeln bei Hörste heiratete 1921 Elisabeth Lückehe und wurde so Besitzer auf Görsmeyershofe.
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